Ensemblekunst
So richtig freuen kann er sich nicht, der König. Obwohl sein Sohn Idamante dank des deus ex machina, der in Freiburg vom Chor und nicht – wie bei Mozart – von einem Bass gesungen wird, sein Leben behält. Der abgedankte König wendet sich ab von der Spielfläche und wirft einen imaginären Stein flach ins Publikum – das war’s dann also. Keine abgeschlagenen Götterhäupter, keine Irritationen, keine Sensationen: Ludger Engels’ Interpretation von Mozarts «Dramma per musica» vollzieht sich in unaufgeregten, zeitgemäßen Bahnen.
Die in Kooperation mit dem Theater Aachen entstandene Produktion siedelt «Idomeneo» (gespielt wird weitgehend die Münchner Fassung) nach den Worten des Regisseurs in einer Phase der Bundesrepublik an: Der Konflikt ist vorüber, langsam kehrt Normalität in Christin Vahls Einheitsbühnenraum zurück, der in der Martialik seiner Architektur und einer rundum domestizierten Natur (Pflanzen – Birkenstämme – existieren nur noch im Furnier) an die Herrschaftsarchitektur eines Albert Speer erinnert. Richtig konkret wird Engels indes selten.
Assoziationen sind erlaubt, werden aber nicht aufgezwungen. Es ist nicht die große Idee, die diese Produktion auszeichnet, sondern eher ...
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Wir sind ihr früher öfter begegnet, in der Nähe der Strudlhofstiege im neunten Wiener Gemeindebezirk. Wahrscheinlich hieß sie nicht Arabella, aber wir nannten sie so, weil sie uns irgendwie an Lisa della Casa erinnerte, die «Arabellissima» früherer Zeiten. Freilich, der Ort dieser anonymen Begegnungen ließe weniger an Hofmannsthal denken als an Heimito von Doderer...
Grüne Hügel gibt es nicht mehr. Eine Katastrophe, wahrscheinlich ein Atomunfall, hat alles in eine Sandwüste verwandelt. Zwei riesige Erdberge bestimmen die Szenerie. Das lautstarke Geschrammel und Gewimmere einer E-Gitarre zerreißt die Stille. Figuren mit bleichen Gesichtern und schwarz umränderten Augen wühlen sich aus dem Sand heraus. Und die E-Gitarre intoniert...
Rund hundert Jahre nach seiner Uraufführung taucht Eugen d’Alberts «Tiefland» wieder häufiger in den Spielplänen auf. In Zürich startete Matthias Hartmann unlängst eine Reise in virtuelle Klon-Welten (siehe OW 8/2006), in Frankfurt wanderte Anselm Weber nun in reelle Niederungen der Gegenwart.
Die schwierigen Seiten dieses Werks haben den Chef des Essener...
