Engels Gesang

Amsterdam modern: Louis Andriessens «La commedia» und Messiaens «Saint François d’Assise»

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Seien wir ehrlich: Dies Werk zu (be-) greifen, ist schlichtweg ein Akt des Unmöglichen. Zu mäandernd fließt der Strom der Gedanken, zu üppig gestaltet sich die Ausschweifung des Geistes, und vor allem: Zu (entstehungs)zeitim­ma­nent ist vieles, um es heute noch ins rechte Licht der Erkenntnis rücken zu können. Selbst ausgewiesene Kenner der Materie raten deshalb zu sinnlich-beglückter Anschauung, die das Einzelne nicht immer bis in seine feinsten Ver­ästelungen zu verfolgen anstrebt. Das Werk, samt seiner Schönheit und Ideenmächtigkeit, bleibt davon unangetastet.

Dantes «La divina commedia», mit einer Entstehungsdauer von rund dreißig Jahren selbst Wagners «Ring» um einiges überschreitend, steht vor uns als eine große (humanistische) Vision – in Gestalt einer Wanderung durch die drei Jenseitsreiche, welche mit der erheblichen Verwirrung des Protagonisten beginnt und im Paradies mit einem der schönsten Verse dieser Epopoe überhaupt endet («Doch folgte schon mein Wunsch und Wille gerne (...), der Liebe, die bewegt die Sonn’ und Sterne»).
An diesem Punkt, da, wo Dante auf Anschaulichkeit verzichtet, wo er sich auf die Mittel der Farbe, des Lichts, der Rede und des Klanges beschränkt ...

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Opernwelt August 2008
Rubrik: Im Focus, Seite 24
von Jürgen Otten

Vergriffen
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