Engels Gesang
Seien wir ehrlich: Dies Werk zu (be-) greifen, ist schlichtweg ein Akt des Unmöglichen. Zu mäandernd fließt der Strom der Gedanken, zu üppig gestaltet sich die Ausschweifung des Geistes, und vor allem: Zu (entstehungs)zeitimmanent ist vieles, um es heute noch ins rechte Licht der Erkenntnis rücken zu können. Selbst ausgewiesene Kenner der Materie raten deshalb zu sinnlich-beglückter Anschauung, die das Einzelne nicht immer bis in seine feinsten Verästelungen zu verfolgen anstrebt. Das Werk, samt seiner Schönheit und Ideenmächtigkeit, bleibt davon unangetastet.
Dantes «La divina commedia», mit einer Entstehungsdauer von rund dreißig Jahren selbst Wagners «Ring» um einiges überschreitend, steht vor uns als eine große (humanistische) Vision – in Gestalt einer Wanderung durch die drei Jenseitsreiche, welche mit der erheblichen Verwirrung des Protagonisten beginnt und im Paradies mit einem der schönsten Verse dieser Epopoe überhaupt endet («Doch folgte schon mein Wunsch und Wille gerne (...), der Liebe, die bewegt die Sonn’ und Sterne»).
An diesem Punkt, da, wo Dante auf Anschaulichkeit verzichtet, wo er sich auf die Mittel der Farbe, des Lichts, der Rede und des Klanges beschränkt ...
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Ein Werk gewinnt an Popularität: Kurz nach Berlin (siehe OW 7/2008) brachten auch die Hallenser HändelFestspiele den mit ausführlichen Szenenanweisungen und der entsprechenden «szenisch sprechenden» Musik versehenen «Belshazzar» (1744) auf die Bühne. Mit gutem Grund: Das «Oratorium» hat alles, was eine gute Oper braucht, außer dem Namen. Und den enthielten ihm die...
Für einmal macht Triquet keine graziösen Faxen, sondern stürmt und drängt, führt quasi die Leiden des jungen Werther vor. Am Schluss seiner Couplets schenkt er Tatjana, die er offenbar tief verehrt, eine dunkle Blume – jene Blume des Abschieds vielleicht, von der Rilke sagt, sie blühe irgendwo und streue «immerfort Blütenstaub, den wir atmen, herüber; auch noch im...
Dolly war nur der Anfang; jetzt klonen sie bereits Groucho Marx. Zumindest schien der Komiker Ende Juni in vielfacher Ausführung durch Foyer und Zuschauerraum des Grazer Schauspielhauses zu wuseln und sich auch auf der Bühne an mehreren Klavieren gleichzeitig zu betätigen: Männer mit schwarzen Perücken und ebensolchen aufgeklebten Schnäuzern. Perplex der...
