Famoses Entertainment
«Schlag nach bei Shakespeare», trällern die beiden Ganoven in Cole Porters Broadway-Genie-Streich von 1948. Das Ziel, von der renitenten Schauspielerin Lilli Vanessi alias Katharina die Spielschulden ihres (natürlich immer noch geliebten) Verflossenen Fred Graham alias Petruchio einzutreiben, haben sie zwar nicht erreicht.
Und auch der in flotter Song-Duett-Verpackung daherkommende Bildungsauftrag an die Kundschaft der Komischen Oper dürfte kaum als Appell verstanden werden, sich mal wieder «Hamlet», «Romeo und Julia» oder «Der Widerspenstigen Zähmung» vorzunehmen, jenen Klassiker, den Porter seiner Musical Comedy zugrunde legte. Aber das macht überhaupt nichts. Denn selbst wenn Barrie Kosky, der designierte Intendant des Hauses, die von Samuel und Bella Spewack geschriebene und von Susanne Felicitas Wolf in trefflich kalauerndes Neudeutsch übertragene Shakespeare-Persiflage schrill gegen den Showbiz-Strich bürstet, so geht es doch vor allem um das Eine: Entertainment bis zum Abwinken.
Und das funktioniert famos. Schon weil man mit Dagmar Manzel die beste Kate weit und breit angeheuert hat. Nach einem erfolgreichen Auftritt als Mrs. Lovett in Stephen Sondheims mäßig erfolgreichem ...
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Unter den nordamerikanischen Festivals, die das ganze Spektrum der Künste ins Visier nehmen, ist Spoleto zweifellos die erste Adresse. Und in diesem Jahr zudem ein Ort, der auf zeitgenössische Oper setzt – und ganz nebenbei die Flexibilität der Gattung unterstreicht.
Publikumsrenner der zweiunddreißigsten Saison war «Monkey: Journey to the West», ein von...
Das wagemutige und entdeckungsfreudige Festival della Valle d’Itria hat im vergangenen Jahr zwei weitgehend unbekannte Nebenwerke von Pietro Mascagni und Umberto Giordano szenisch wiederentdeckt, die aus einer Zeit stammen, als sich beide Komponisten von ihren veristischen Anfängen längst losgelöst hatten. Die Mitschnitte auf CD, die jetzt bei Dynamic...
Ein tönender Überfall. Kopfüber stürzt sich das Orchestre philharmonique de Strasbourg in diesen «Fidelio». Das Fanfarenmotiv am Beginn der Ouvertüre: wie ein Startschuss, schnell, fast schon hastig, alles beiseite drückend, keinen Einwand duldend, basta. Der Straßburger Beethoven-Tonfall ist eher harsch, wie abgerissen, schmucklos drängend, ja, dringlich, Verve...
