Endlosschleife, Parodie, Experiment
Wenn auf der Opernbühne jemand Karten spielt, bedeutet das meist nichts Gutes. Carmen zum Beispiel sieht plötzlich den Tod auf sich zukommen. Bei Hermann in «Pique Dame» geht es um die Sucht nach dem Spiel – und ebenfalls um den Tod. Auch in der neuen Oper von Seppo Pohjola wird mit Karten gespielt. Es geht aber nicht um den Tod, sondern um einen dramaturgischen Kniff. Das Spiel wird nämlich immer wieder unterbrochen von einem Polizeiinspektor, der auf der Suche nach versteckten Waffen ist. Viermal taucht er auf, mit immer denselben Worten.
Viermal wird er durch eine Gespenstergeschichte wieder hinauskomplimentiert. Die Oper ist also als Endlosschleife konzipiert. Jede Szene bildet eine weitere Drehung. Das Ganze beginnt und schließt mit einem Pizzicato-Regen. Nach dem letzten Takt könnte es wieder von vorne anfangen. Ein originelles Modell, das man eher bei instrumentaler Musik findet als bei Bühnenwerken. Seppo Pohjola (Jahrgang 1965) hat in der Tat viel Instrumentalmusik geschrieben und erprobt nun mit seinem Einakter «Die Jungfrau aus Harrbäda» eigene, eigenwillige Spielregeln. Trotzdem ist das Stück auf vergnügliche Weise unterhaltsam: eine quirlige Komödie mit Lokalbezug. ...
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Opernwelt September/Oktober 2015
Rubrik: Magazin, Seite 80
von Stephan Mösch
ARD-ALPHA
6.9. – 20.15 Uhr (1)
18.10. – 20.15 Uhr (2)
Klassik am Odeonsplatz.
1. 2013. Musikalische Leitung: Yannick Nézet-Séguin. Solisten: Rolando Villazón und Thomas Hampson. Werke von Wagner und Verdi. 2. 2015. Musikalische Leitung: Pablo Heras-Casado. Werke von de Falla, Prokofjew, Debussy und Ravel.
13.9. – 11.00 Uhr
Mariss Jansons dirigiert
Strauss: Ein...
Impressum
56. Jahrgang, Nr 9/10
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752282
Redaktion Opernwelt
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Redaktionsschluss dieser Ausgabe
war der 14.08.2015
Redaktion
Wiebke Roloff
Albrecht Thiemann (V. i. S....
Ob der ernste oder der halbernste – Rossini gilt in erster Linie als Sängerfutter. Deshalb geben sich Intendanten und Impresari meist damit zufrieden, um ein paar Vokal-Stars herum dekorative Arrangements zu schaffen. Zu selten werden die szenischen Herausforderungen, die in den Stücken stecken, von Regisseuren angenommen. In Pesaro bot vor zwei Jahren die...
