Endlich wieder fliegen

Charles Gounod als Meister des Divertissements: Mark Elder befreit «La Colombe»

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Zwölf Opern hat Charles Gounod geschrieben, dauerhafte Fortüne aber war nur «Faust», «Roméo et Juliette» sowie «Mireille» beschieden, jenen drei Werken also, in denen der Komponist die strikte Genre-Trennung des französischen Musiktheaters überwand zugunsten einer freieren, Lyrisches und Dramatisches mischenden Form. Seine Grand Opéras fielen schon bei ihren Premieren durch, aber auch die Beiträge zur Opéra Comique gerieten bald in Vergessenheit.



Nach der Molière-Vertonung des «Médecin malgré lui» 1858 brachte Gounod 1860 zwei weitere heitere Werke heraus, «Philémon et Baucis» in Paris sowie «La Colombe», als Auftragskomposition für Baden-Baden, dem damals mondänsten aller Kurorte. Der nach einer La Fontaine-Fabel konzipierte Zweiakter ist ein bezauberndes Stück unterhaltenden Musiktheaters, wie Mark Elder nun in einer rundrum gelungenen Einspielung mit seinem Hallé Orchestra beweist. Die Ausgrabung des Labels Opera rara fördert ein fein gearbeitetes Divertissement zutage, das Gounod ebenso als Melodiker von schier unerschöpflicher Fantasie zeigt wie als Meister der Orchestration. Äußerst geschmackssicher ist diese Partitur gearbeitet, in einem sanft ins Romantische gewendeten ...

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Opernwelt Februar 2016
Rubrik: CD des Monats, Seite 23
von Frederik Hanssen

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