Große Szene in Niederbayern
Auf den Trank wurde schon andernorts verzichtet. Tristan und Isolde, das ist ja längst Regie-Common-Sense, brauchen für den Rausch keine Droge. Hier drängt es sie nach vorn an die Rampe, während hinten vertikal rasende Projektionen freien Fall suggerieren. Viel mehr geht nicht in diesem Raum, in dem sich auch Dressuren und Clowns denken lassen und der in einer der schönsten Städte Bayerns an deren wohl unwirtlichstem Ort zu finden ist. Wie lange das Landestheater Niederbayern noch im Theaterzelt am Landshuter Messegelände spielen muss, weiß keiner.
Das alte Stadttheater an der Isar wird nicht enden wollend renoviert. Immerhin einen Vorteil hat das: Das Drei-Städte-Unternehmen, das noch Passau und Straubing mit Schauspiel, Ballett und Musiktheater versorgt, kann sich größer Dimensioniertes gönnen.
«Aus dieser Idee ist der ‹Tristan› geboren», sagt der bei Wagner Regie führende Intendant Stefan Tilch. Mitte Mai riskierte man zusätzlich Verdis «Aida», die in der Passauer Dreiländerhalle herauskam. Das dortige Fürstbischöfliche Opernhaus hat zwar die Sanierung nach einem Hochwasser hinter sich, auf die Zusatzkapazitäten für solche Elefantenstücke mochte Tilch aber nicht verzichten. ...
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Opernwelt Juni 2016
Rubrik: Magazin, Seite 80
von Markus Thiel
Impressum
57. Jahrgang, Nr 6
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752290
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