«Einfach singen: Das ist’s»
Herr Behle, mit Ihrer Aufnahme der «Schönen Müllerin» stellen Sie sich dem Vergleich mit den größten Liedinterpreten von Fritz Wunderlich bis Peter Schreier. So etwas macht man doch nur, wenn man glaubt, etwas ganz Eigenes zu diesem Zyklus zu sagen zu haben.
Dass es von mir bereits zwei Liedeinspielungen gibt, hat natürlich erstmal ganz praktische Gründe: Ein Sänger, der nicht bei einem großen Label unter Vertrag ist, muss seine Aufnahmen weitgehend selbst finanzieren. Und da bietet sich das Lied schon deshalb an, weil man kein Orchester bezahlen muss.
Aber davon abgesehen fehlt mir bei professionellen Liedinterpreten oft das gewisse Etwas, das Musikantische. Das geht mir oft etwas zu intellektuell zu, und ich vermisse die leichte Hand. Da dachte ich: Komm, mach’s doch selbst!
Sie sind ja von Haus aus Opernsänger. Wann haben Sie das Lied für sich entdeckt?
Das ist gut zwei Jahre her. Ich stand damals mit dem Komponisten Manfred Trojahn in Kontakt, der für die Liederwerkstatt Bad Reichenhall Lieder schrieb. Er hatte gerade zwei fertig komponiert, die ich dann gesungen habe. Daraus entstand schließlich die Idee, eine Recital-CD aufzunehmen.
Deren Programm ist ziemlich ungewöhnlich: ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt April 2011
Rubrik: Interview, Seite 20
von Jörg Königsdorf
«Man kann sich selbst nicht sehen…, Geschichten gibt es nur von außen…, daher unsere Gier nach Geschichten!» – Sätze aus Max Frischs Roman «Mein Name sei Gantenbein», die der Regisseur Lorenzo Fioroni ins Programmheft seiner Osnabrücker Inszenierung von Jacques Offenbachs fantastischer Oper «Les Contes d’Hoffmann» setzen ließ (Premiere am 15. Januar 2011). Was dort...
Oldenburgs Theater ist für eine Spielzeit aus der Innenstadt gezogen. Nach draußen, aufs freie Land. Dort, in einem seit Jahren stillgelegten Fliegerhorst, hat man eine ehemalige Flugzeugwartungshalle für ein hübsches Sümmchen umgebaut, sie sozusagen entmilitarisiert und theatralisiert, ihr dabei unter anderem eine Zuschauertribüne, einen Orchestergraben und eine...
Nach dem großartigen «Lohengrin» zu Beginn der Spielzeit ging das Theater Regensburg mit «Die tote Stadt» erneut an seine Grenzen. Der Abend forderte alle Abteilungen und konnte in der Regie von Ernö Weil, die vorrangig Seelenzustände ausleuchtet, gänzlich überzeugen. Erneut ist die Leistung des Philharmonischen Orchesters unter Tetsuro Ban hervorzuheben, die das...
