Eine unmögliche Liebe
Den Namen Charles Tournemire (1870–1939) noch nie gehört zu haben, ist keine Schande. Der langjährige Pariser Organist, Schüler des berühmten Charles-Marie Widor, ist einzig in Orgelkreisen durch die Werke für sein eigenes Instrument bekannt. Seine acht Symphonien werden so gut wie nie gespielt. Drei seiner vier Opern blieben bis heute unaufgeführt, darunter neben einem Stück über Franz von Assisi auch der kühne Gegenentwurf zu Wagners «Tristan und Isolde».
Tournemires «La légende de Tristan», 1925/26 entstanden, verabschiedet schon im Titel Wagners romantische Liebestragödie. Das auf die keltischen Quellen zurückgreifende Libretto des Mediävisten Albert Pauphilet rückt die Handlung entschieden in eine legendenhafte Distanz, konzentriert sich in der Art eines episodischen Bilderbogens auf die Figur Tristans und weicht darüber hinaus in vielen Details vom Geschehen ab, das man aus Wagners metaphysischer «Geschlechtsoper» (Thomas Mann) kennt.
Tournemire musikalisiert gerade nicht die rauschhafte Ekstase einer erotischen Folie à deuxzwischen Iseut und Tristan, sondern die Unmöglichkeit einer Liebe, die er als spirituelles Martyrium zeigt. Durch ein Versehen Brangiens trinken die ...
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Opernwelt Februar 2023
Rubrik: Im Focus, Seite 4
von Uwe Schweikert
Herr Shchetynsky, was ist «ukrainische Musik»?
Man könnte sagen, dass ukrainische Musik eine Art riesiges Auffanglager der Weltkulturen ist. Die heutige ukrainische Musik umfasst alle Genres – Musiktheater, symphonische Werke, aber auch Kammermusik und Solokompositionen. Ich spreche jetzt nur von der zeitgenössischen klassischen Musik. Auf diesem Gebiet arbeite ich...
P = Premiere ML = Musikalische Leitung I = Inszenierung B = Bühnenbild K = Kostüme C = Chor S = Solisten UA = Uraufführung
Hier finden Sie alle Termine (Premieren sowie Repertoirevorstellungen) der Opernhäuser in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz. Von den anderen Häusern (Grenzländer zu Deutschland sowie Italien und ein paar andere) bilden wir jeweils...
Die Geschichte klingt kitschig, ist aber, wie der Sänger glaubhaft versichert, wahr und geht so: Zu seinem sechsten Geburtstag bekam Denys Pivnitskyi das legendäre Drei-Tenöre-Album mit Pavarotti, Domingo und Carreras geschenkt, hörte es ungezählte Male, trällerte bald die Hits mit – und hatte fortan nur noch einen Wunsch: Opernsänger zu werden. «Nicht wir wählen...
