Ein Versprechen
In der Barockoper dominierten die hohen Stimmen – die schönsten und wirkungsvollsten Arien waren Kastraten und Primadonnen vorbehalten. Weitaus spärlicher sind Tenöre mit exzellenter Musik bedacht worden, noch seltener wurde Bässen diese Gunst zuteil. Doch keine Regel ohne Ausnahme: Wenn ein Komponist wie Georg Friedrich Händel Gelegenheit hatte, für herausragende Bassisten wie Antonio Montagnana oder Giuseppe Maria Boschi zu schreiben, schuf er auch für diese Stimmgattung Musik höchsten Rangs.
Andrea Mastroni, seit einigen Jahren ständiger Gast auf vielen großen Bühnen der Welt, stellt auf seinem Album mit dem irreführenden Titel «Melancholia» eine Auswahl aus Händels Londoner Opernarien für Bass vor, die ein breites Spektrum vokaler Ausdrucksmittel und einen riesigen Stimmumfang verlangt. Die Arie «Fra l’ombre e gl’orrori», die der junge Händel ursprünglich für die Serenata «Aci, Galatea e Polifemo» komponierte und später in einer im Vokalpart vereinfachten Form in die Oper «Sosarme» übernahm, singt Mastroni in der Urfassung, die einen Ambitus vom tiefen D bis zum eingestrichenen a verlangt. Das vokale Souterrain beherrscht Mastroni mit seinem dunkel timbrierten Organ höchst ...
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Opernwelt Juni 2018
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 24
von Thomas Seedorf
Herr Kowaljow, Sie haben als Mechaniker und bei der Feuerwehr gearbeitet, sind auch Soldat gewesen. Sind Sie rein zufällig professioneller Sänger geworden?
Es kam zunächst für mich überhaupt nicht in Frage. Von 1987 bis 1989, also noch zu Sowjetzeiten, diente ich für die Rote Armee am Nordpol und hatte das Kommando über 34 Soldaten. Eigentlich wollte ich meine...
59. Jahrgang, Nr 6
Opernwelt wird herausgegeben von
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Best.-Nr. 752312
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Andrea Kaiser...
Seit über 100 Jahren bilden Leoncavallos «Pagliacci» und Mascagnis «Cavalleria rusticana« auf der Opernbühne eine Schicksalsgemeinschaft, so selbstverständlich, dass selten mal jemand darüber nachdenkt, ob das überhaupt stimmig ist. Leipzigs Chefdramaturg Christian Geltinger tat es nun – und kam zu dem überraschend naheliegenden Schluss, dass sich beide Stücke...
