Ein Meister aus Macerata

Auf Augenhöhe mit seinem Schüler Ponchielli: Lauro Rossi und die Shakespeare-Oper «Cleopatra»

Von den italienischen Komponisten, die sich im Schatten Verdis zu behaupten versuchten, ist einzig Amilcare Ponchielli im Gedächtnis der Nachwelt geblieben, und auch das nur mit einer einzigen Oper, «La Gioconda». Tüchtige Meister wie Filippo Marchetti, Carlo Coccia und Antonio Cagnoni, lange Zeit nicht einmal mehr dem Namen nach bekannt, sind erst in jüngster Zeit wieder in Erinnerung gebracht worden und haben vor einem heutigen Publikum bestehen können.

In diese Reihe gehört auch Ponchiellis Lehrer Lauro Rossi (1812-1885), dessen vorletzte Oper «Cleopatra», 1876 in Turin uraufgeführt, vor zwei Jahren in seiner Heimatstadt Macerata erneut zur Diskussion gestellt wurde. Es handelt sich um ein ausgereiftes, repertoirefähiges Werk, dessen völliges Verschwinden von den Spielplänen schwer zu begreifen ist.

Das Libretto Marco d’Arienzos vereinfacht Shakespeares vielschichtiges, puzzleartig aufgebautes Drama «Antonius und Cleopatra» zum griffigen Opernplot. Die ägyptische Königin wird zur Furie, als ihr Geliebter in Rom die Schwester des Octavian heiraten will. Sie reist ihm nach und sprengt die Hochzeit. Gattungsgerecht wird Diomedes, der Berater Cleopatras, bei Shakespeare eine ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Januar 2011
Rubrik: Medien/DVD, Seite 21
von Ekkehard Pluta

Weitere Beiträge
TV-Klassiktipps

ARD
1.1. – 10.00 Uhr
Neujahrsgala.
Festspielhaus Baden-Baden. SWR-Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg, Asher Fisch. Solisten: Anja Harteros, Jonas Kaufmann. Arien und Duette von Verdi, Cilea, Puccini und Catalani.

ARTE
1.1. – 1.50 Uhr
Christmas in Vienna.
Weihnachtsgala aus dem Konzerthaus in Wien 2010. ORF-Symphonieorchester Wien, Wiener Singakademie und Wiener...

Pompöse Bilder

Deutsche Saison in Paris: Mozarts «Zauberflöte» an den Bouffes du Nord (siehe Seite 14), an der Opéra Bastille wächst ein «Ring des Nibelungen» heran, der zweite Anlauf der Opéra National, nachdem ein ehrgeiziges Projekt mit den Regisseuren Peter Stein und Klaus Michael Grüber, damals noch im Palais Garnier, nach der «Walküre» abgebrochen wurde, weil angeblich der...

Stählerne Eleganz

Als David Gockley, der Generaldirektor der San Francisco Opera, bei Karita Mattila anfragte, ob sie die Emilia Marty in «Die Sache Makropulos» singen wolle, soll sie nur unter der Bedingung zugesagt haben, dass man Jirí Belohlávek als Dirigenten ans Haus hole. Mattila, so stellte sich heraus, lag gleich in zweifacher Hinsicht richtig: sowohl mit ihrer Entscheidung,...