Belcanto im Dienste des Ausdrucks
Nach «Guillaume Tell» (1829) hat Rossini bekanntlich keine Opern mehr geschrieben und sich ins Privatleben zurückgezogen. Er fühlte sich künstlerisch ausgebrannt und wurde von verschiedenen Krankheiten geplagt. In den fast vier Jahrzehnten, die ihm noch zu leben blieben, betrieb er das Komponieren nur noch als Liebhaberei, schrieb neben geistlicher Musik zahlreiche Klavierstücke und Lieder, die auch heute noch aufgeführt werden. Die Gesänge aus den «Soirées musicales» hat jeder italienische Sänger, der auf sich hält, im Repertoire, und «La danza» ist zum Schlager geworden.
Dass es beim späten, beim «Salon»-Rossini, auch noch Entdeckungen zu machen gibt, zeigt das vorliegende Album der Mezzosopranistin Anna Bonitatibus, die sich wie ihre Kollegin Cecilia Bartoli nicht damit zufriedengibt, ihre Virtuosenkünste unter Beweis zu stellen, sondern selbst nach Unbekanntem sucht und forscht. Die Ausbeute ist in diesem Falle ansehnlich.
«Mi lagnerò tacendo» auf einen Text von Metastasio ist hier in nicht weniger als sieben verschiedenen Versionen zu hören. Als «Arietta all’antica» erschien sie 1835 erstmals im Druck, in den nächsten zwei Jahrzehnten nahm sich Rossini mehrmals erneut des ...
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Opernwelt Januar 2011
Rubrik: Medien/CDs, Seite 18
von Ekkehard Pluta
Im Genfer Programmheft sieht man die Sängerinnen der Elektra wie auf einer Perlenschnur aufgereiht – wenn die zarte Metapher für die Schwergewichte vergangener Tage überhaupt zulässig ist. Annie Krull, die den monströsen Part für die Dresdner Uraufführung in wenigen Wochen lernen musste, mit wirren Haaren; Zdenka Faßbender, die erste Münchner Elektra, mit bösem...
Berlioz ohne Orchester ist wie Rembrandt ohne Licht. Deshalb muss man zweifellos dankbar sein, dass das Orchester der Deutschen Oper Berlin die Premiere von «Les Troyens» gespielt hat. Es hätte auch streiken können, denn es befindet sich, wie ein Handzettel am Eingang verkündet, «im offenen Tarifkonflikt». (Wir haben das Thema in dieser Zeitschrift schon...
Das Glück ist immer woanders. Und welcher Ort würde die Ruhelosigkeit, die ständige Suche, das Unbehauste, Vorläufige besser symbolisieren als ein Flughafen? Konsequent also, dass Regisseurin Elisabeth Stöppler und Rebecca Ringst (deren Stuttgarter «Rosenkavalier»-Raum gerade zum «Bühnenbild des Jahres» gewählt wurde) in Dresden die neueste Oper von Hans Werner...
