Ein Hauch von Unwirklichem
Eine Zeitreise verspricht Kindern eigentlich reizvolle Abenteuer und großes Amüsement, insbesondere dann, wenn sie sich in das Paris des Jahres 1860 begeben dürfen. Die Realität aber sieht anders aus: Gioachino Rossinis Schlafzimmer bietet nichts als blanken Ennui. Seit Jahrzehnten hat der «Schwan von Pesaro» kaum mehr eine Note zu Papier gebracht. Selbst am Herd zaubert er keine Köstlichkeiten mehr hervor. Stattdessen hütet der Komponist das Bett und lässt sich mit Süßspeisen beliefern. Auch plagt ihn die Furcht vor allem Neuen.
Taugt ein solch ängstlicher Faulpelz zur Zentralfigur einer Familienoper?
Er taugt. In Detlef Heusingers Musiktheater «Die Zeitreisemaschine» begegnen die Geschwister Frida und Felix, die sich aufgemacht haben, um ihren uncoolen Eltern und einem nörgelnden Großvater zu entkommen, nicht nur dem Genie Rossini, sondern zudem dessen ehrgeiziger Gemahlin sowie dem überforderten Kammerdiener. Während Isabella zetert, weil der liebe Gioachino sie seit einer halben Ewigkeit nicht mehr mit brillanten Koloraturarien bedenkt, versucht Figaro, seinen Herrn zu einem Minimum an Aktivität zu bewegen. Allerdings vergeblich.
Die Kinder sehen es und begreifen, dass weder ...
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Opernwelt April 2022
Rubrik: Panorama, Seite 54
von Michael Kaminski
Schon ihr Name war Musik und wurde im Deutschland der Wirtschaftswunderjahre zum Synonym für Italien- und Opernsehnsüchte schlechthin. Am 15. März 1929 im umbrischen Perugia geboren, wo sie später auch ihre Ausbildung erhielt, war sie gerade einmal 20 Jahre alt, als sie im benachbarten Spoleto den ersten Preis bei einem Gesangswettbewerb gewann, der mit einem...
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