Ein Erfolg für die Met
Die Metropolitan Opera feiert mit ihrer neuesten Wagner-Inszenierung einen dringend benötigten Punktsieg beim Publikum – und damit auch einen Erfolg der Finanzen. Lautstarker Jubel vor ausverkauftem Haus. Wie schon bei der vorherigen «Tristan»-Inszenierung – Mariusz Treliński lieferte sie 2016– verbindet Yuval Sharon bei seinem Debüt einige interessante Ideen mit hochmodernen, allerdings außer Kontrolle geratenen Videoprojektionen. Die Darstellungen sind zuweilen eindrucksvoll, sogar schön, verfolgen aber eine seltsam eigene Dramaturgie, die vom Wesentlichen ablenkt.
Die Inszenierungen ähneln sich: Mimische Doppelgänger treten auf, und dann gibt es diese endlosen Aufnahmen von tosenden Wellen, die man in unzähligen Neuproduktionen gesehen hat. Sharon konzentriert sich auf Tristan als Opfer eines Geburtstraumas; das Bühnenbild suggeriert einen Geburtskanal. Obwohl Musik und Text die unerfüllte Leidenschaft der Liebenden verkünden, endet der Abend, indem Isolde ein Kind zur Welt bringt und ihre ikonische Arie nicht an Tristans Leiche singt, sondern für ein unrealistisch stilles Baby. Von Brangäne wurde es gewiegt, von Marke geküsst: billige Hollywood-Sentimentalität.
Die visuellen ...
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Opernwelt Mai 2026
Rubrik: Panorama, Seite 61
von David Shengold
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