Zwischen Himmel und Erde

Braunfels: Die Vögel am Staatstheater Wiesbaden

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Das war zu erwarten: Trump und Musk als Opernbösewichte, ihre Machenschaften als Parabeln für Machtmissbrauch und Verführung der Massen. Bei Aristophanes heißen sie Peis -thetairos und Euelpides, Braunfels hat sie philologisch korrekt in Ratefreund und Hoffegut umbenannt, aber sonst wenig Ehrfurcht gezeigt, indem er 1920 die zweieinhalb Jahrtausende alte Komödie in ein katholisches Weihefestspiel verwandelte. Siegen bei Aristophanes die aufmüpfigen Vögel über Zeus, so stabilisiert Braunfels’ eigenhändiges Libretto die Souveränität Gottvaters.

Verwundet und traumatisiert heimgekehrt aus den Schützengräben, war der Komponist, Sohn eines zum Protestantismus konvertierten, jüdischen Vaters, in die Arme der allein seligmachenden Kirche gesunken.

Klassiker zu aktualisieren, ist die Crux fast jeder Theaterarbeit. «Die Vögel» bergen sehr spezielle Probleme. Wie viel Aristophanes steckt in Braunfels, wie viel Zeus im biblischen Gott, kann man ihn ohne Verlust grün einfärben als Synonym für die Natur? Unklar auch, wie die Revolution der Vögel zu bewerten ist – vertreten sie einen begründeten Freiheitsanspruch oder dienen sie nur als Allegorie des von Demagogen gesteuerten Pöbels? Die ...

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Opernwelt Mai 2026
Rubrik: Panorama, Seite 69
von Volker Tarnow

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