Duccio Dal Monte (Osmin), Jeffrey Treganza (Pedrillo); Foto: Veranstalter
Im Freien
Auf den Zinnen des osmanischen Kastells stehen Polizisten mit Maschinengewehren. Vom Meer weht ein frischer Wind in den Hafen von Pafos, dorthin, wo jeden Sommer das Aphrodite Festival in einem 2200 Plätze umfassenden Open Air-Theater stattfindet, direkt vor der Burg. In diesem Jahr beanspruchen die drei Aufführungen der «Entführung aus dem Serail» besondere Aufmerksamkeit: Sie sind Bestandteil des Programms zur europäischen Kulturhauptstadt. «Linking Continents, Bridging Cultures» lautet das Motto 2017.
Dazu passt Mozarts Singspiel mit seinem orientalischen Ambiente, der Begegnung von Islam und Christentum sowie seiner humanistischen Botschaft.
Das Cyprus Symphony Orchestra ist direkt vor der Bühne postiert. An seiner Spitze Daniele Agiman, der bereits für die Ouvertüre ein straffes Tempo wählt. Federnd, lebendig könnte der Klang sein – würden nicht die schlechten Lautsprecherboxen Wärme und Farbe schlucken. Und leider hört man im linken Tribünenbereich nur die elektrische Verstärkung, so dass selbst Stimmen wie der helle, bewegliche Tenor von Marc Sala (Belmonte) nach Schellack-Platte klingen. Duccio Dal Monte gibt einen mächtigen Osmin, Olga Fomichova ist eine hochdramatische ...
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Eigentlich – das weiß jeder Wagnerianer – geht es im «Ring» mit der «Walküre» erst so richtig zur Sache, und so war man in Oldenburg denn auch gespannt, wie Regisseur Paul Esterhazy und sein Ausstatter Mathis Neidhardt die Versprechungen ihres im «Rheingold» als besonders originell erscheinenden Konzepts weiterentwickeln würden. Man erinnert sich: «Der Welt Erbe»,...
Kürzlich stieß ich im «New Yorker» auf einen Beitrag über Toscanini. Als der Dirigent in den 1920ern Chef der Scala war, las ich dort, bestand das Repertoire zu 35 bis 40 Prozent aus nagelneuen Stücken. Meine Frau und ich stellen gerade eine Stiftung auf die Beine, die Kompositionsaufträge finanzieren soll – da mutet uns die Vorstellung paradiesisch an. Man stelle...
Das bedrückende Gattungsmuster «tragédie» meidet er bewusst: Eine «Trilogie lyrique» nennt Aribert Reimann seine neue Oper nach drei Einaktern Maurice Maeterlincks. Es gilt, dreifach beklemmend, den Tod zu besingen und zu beschwören – um ihn melodramatisch zu feiern. «L’Invisible» ist die neunte Oper des inzwischen 81-Jährigen, der immer agil wirkt, die fünfte...
