Editorial Opernwelt 7/26

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Es ist nur eine Karikatur. Aber sie erzählt viel über das Demokratie-Verständnis einer Partei, die demnächst auf Länderebene mit absoluter Stimmenmehrheit regieren könnte. Die Zeichnung, die unter dem Titel «Neulich in Sachsen-Anhalt» einen politischen F.A.Z.-Artikel über den drohenden Machtwechsel in diesem Bundesland ziert, zeigt zwei alte, grimmig glotzende Männer mit Glatzen (!), die auf einer Bank an einer verwaisten Bushaltestelle sitzen, Bierdosen in den Händen, Springerstiefel an den Füßen, hinter sich eine Bäckerei, über sich zwei Sprechblasen.

Die linke unkt: «Unser Dönerladen wird bald in Erwin-Rommel-Grill umbenannt, Atze», die rechte repliziert: «Und einen Tante-Eva-Laden kriegen wir auch.» Ganz so weit ist es gottlob noch nicht. Ein Blick in die deutsche Geschichte aber genügt, um die Zeichen der Zeit richtig zu deuten: Es wird sich einiges und nicht eben zum Vorteil für die Diversität in diesem Land ändern, sollte die «Alternative für Deutschland» tatsächlich im Herbst die Regierungsgeschäfte in Sachsen-Anhalt übernehmen. Wer immer noch glaubt, dies sei nicht mehr als ein Schreckgespenst, sollte einen Blick in das Parteiprogramm der in Sachsen-Anhalt vom ...

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Opernwelt Juli 2026
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Jürgen Otten

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