Unterhaltsam gebildet

Bloß keine Angst vor dem «Ring»: Fünf Jahre nach seinem Tod erscheint die Leitmotiv-Sammlung des Wagner-Erklärers Stefan Mickisch in Buchform

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Person und Werk möglichst strikt voneinander zu trennen gehört für den Rezipienten bei Richard Wagner zu den wichtigsten Überlebensstrategien. Bei manchem seiner Exegeten empfiehlt sich eine ähnliche Trennung, bei Stefan Mickisch zum Beispiel, der fünfzehn Jahre lang bei den Bayreuther Festspielen Einführungsvorträge veranstaltete – zunächst auf offizieller Seite, später, nach Streitigkeiten mit dem örtlichen Richard-Wagner-Verband in Eigenregie. Mickisch konnte sich das leisten, seine Fangemeinde war groß und ist es auch noch nach seinem plötzlichen Tod vor fünf Jahren.

Was der gebürtige Oberpfälzer bot, war unterhaltende Bildung auf hohem Niveau. Als stark veranlagter Pianist war er imstande, Wagners Musik auch auf dem Flügel eindrückliche Präsenz zu verschaffen, als Universalgebildeter, als nicht nur in Sachen Wagner beschlagener Bücher- und Notenfresser konnte er analysieren und Querverbindungen ziehen wie wenige andere. Das alles garniert mit einem Sinn für populäre Pointen, für kalkulierte Stilbrüche und überraschende, oft gewagte Theorien. Ob es hilfreich ist, die Tonarten des Quintenzirkels mit den Tierkreiszeichen zusammenzudenken? Oder auf Denkbilder «unserer germanischen ...

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Opernwelt Juli 2026
Rubrik: Magazin, Seite 89
von Clemens Haustein

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