Editorial Opernwelt 6/24

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Denk ich an Deutschland in der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht? Einmal abgesehen davon, dass Heinrich Heine, als er diese berühmten Verse zu Papier brachte, in erster Linie an seine ferne Mutter dachte und erst in zweiter an die verlorene Heimat, steht es um dieses Land, zumindest was die Künste angeht, nicht gar so schlecht (und vor allem nicht so schlecht, wie die ewigen Pessimisten es immer in den Wald hineinrufen).

Zugegeben, es gibt hier (Deutsche Bahn), da (Berliner Bürgerämter) und dort (Freundlichkeit ist eine Zier, doch weiter geht es ohne «ihr») einigen Verbesserungsbedarf, doch beschaut man allein das kulturelle Angebot zwischen Flensburg, Passau, Aachen und Görlitz und vergleicht dieses beispielsweise mit dem Königreich Großbr(ex)itannien oder der Situation im ebenfalls von horrenden Streichungen bedrohten Frankreich, kann man nur zu einem Schluss kommen: Wir leben zwar in der Provinz. Aber diese Provinz ist zugleich (noch) ein Paradies.

Einer derjenigen, die dies, mit gebotener Distanz, einer gehäuften Prise Ironie und großer Zugeneigtheit erkannten, war der Publizist Roger Willemsen, dessen Verlust (wie ebenfalls der von Christoph Schlingensief) nach wie vor ...

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Opernwelt Juni 2024
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Jürgen Otten

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