Dieser zarte Funken Hoffnung
Sie sind einander nahe. Sehr nahe: der Tod und das Mädchen. Nur wenige Zentimeter trennen sie, ein winziger synaptischer (Licht-)Spalt, und würde es mit rechten Dingen zugehen, wäre das Spiel, kaum ist die Stille nach den Schüssen eingetreten, vorbei und würde der Tod das Mädchen in seine Arme schließen. Doch kaum hat sich jene Falltür geöffnet, unter der Manuel Rocas Tochter liegt, während oben ihr Vater, ein ehemaliger Arzt, und ihr Bruder kaltblütig ermordet werden, öffnet sich auch das Herz des jungen Mannes, der sie entdeckt hat und eigentlich nicht am Leben lassen darf.
Doch Tito, so nennen ihn seine Mitstreiter El Gurre und Salinas, wird von Ninas Blick so sehr, fast Sartre’isch, gebannt, dass er ihr das Leben schenkt …
«Senza sangue» heißt die bittersüße Novelle von Alessandro Baricco, die Péter Eötvös zu seinem gleichnamigen, 2016 beim Grand Opéra Festival in Avignon uraufgeführten Bühnenwerk inspirierte. Bariccos Text ist im Libretto von Mari Mezei größtenteils beibehalten, allerdings wird die Szene auf dem Bauernhof nur kursorisch und in Rückblenden erzählt, in zarten Nuancen und Andeutungen über das Vergangene. Was damals, vor vielen Jahren, geschah, erschließt sich in ...
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Opernwelt Juni 2024
Rubrik: Im Focus, Seite 12
von Jürgen Otten
Mozarts «Zauberflöte» musste sich seit jeher die widersprüchlichsten Deutungen ihrer angeblich verborgenen Botschaft(en) gefallen lassen. Ist sie für die einen nur ein geradezu unsinniges, unlogisches, sich in seinen Widersprüchen verhedderndes «Machwerk», so für die anderen – zuletzt exemplarisch in Jan Assmanns großem, 2005 erschienenem «Zauberflöte»-Buch – ein...
arte
02.06. – 01.20 Uhr
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Programmtipp: Das Festival d‘Aix-en-Provence zeigt jedes Jahr eine Uraufführung: 2021 war es Kaija Saariahos Oper «Innocence».
03.06. – 02.30 Uhr
Barenboim dirigiert Beethovens Symphonie Nr. 4
Zum Ausklang des denkwürdigen Jahres 2020 setzte die Staatskapelle Berlin unter der Leitung ihres damaligen Chefdirigenten...
Mit seinen mehr als 500 Liedern zählt Hanns Eisler zu den produktivsten und zugleich originellsten Vokalkomponisten des 20. Jahrhunderts. Ins allgemeine Bewusstsein gedrungen ist der abtrünnige Schönberg-Schüler und bekennende Marxist aber nur als musikalischer Mit -arbeiter Bertolt Brechts. Mit dem Sieg des realen Turbo-Kapitalismus über den Phantom-Sozialismus...
