Editorial Juni 2018
Seit 1959 werden in den Vereinigten Staaten jedes Jahr die Grammy Awards verliehen. Und alle Jahre wieder ertönt zum großen Finale die Sage von den Musik-Oscars für das Beste aus Rock und Pop, Jazz und Klassik. Eine goldglänzende Grammophon-Trophäe der National Academy of Recording Arts and Sciences gilt vielen als höchster Qualitätsausweis, den professionelle Musiker, Sänger und Komponisten erreichen können. Als Marke, die weltweit wahrgenommen wird.
Seit 1992 wurden in der Bundesrepublik jedes Jahr die Echo-Musikpreise vergeben.
Und alle Jahre wieder lief in der Öffentlichkeit die Botschaft um, dass der an die Gewinner überreichte Bronze-Messing-Nickel-(Schall-)Bogen die bedeutendste Auszeichnung symbolisiere, die der drittgrößte Musikmarkt der Welt zu bieten habe. So bedeutend, dass die als Veranstalter fungierende Deutsche Phono-Akademie, ein Ableger des Bundesverbandes Musikindustrie (BVMI), schon kurz nach dem Start neben dem Echo Pop zwei weitere Events einführte: den Echo Jazz und den Echo Klassik. Die Zahl der Preisträger stieg von 15 auf über 100, übertraf sogar die Spitzenwerte des Grammy-Vorbilds.
Nach dem Eklat um einen Rap-Song, der mit antisemitischen Klischees ...
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Opernwelt Juni 2018
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Jürgen Otten & Albrecht Thiemann
Herr Kowaljow, Sie haben als Mechaniker und bei der Feuerwehr gearbeitet, sind auch Soldat gewesen. Sind Sie rein zufällig professioneller Sänger geworden?
Es kam zunächst für mich überhaupt nicht in Frage. Von 1987 bis 1989, also noch zu Sowjetzeiten, diente ich für die Rote Armee am Nordpol und hatte das Kommando über 34 Soldaten. Eigentlich wollte ich meine...
So lange ich denken kann, hat mir der eiserne Grundsatz gute Dienste geleistet: auf Tour nie bei Verwandten wohnen! Nicht, dass ich was gegen die Familie hätte. Es ist bloß so: Wer nicht selbst ein Musikerleben lebt, hat von unserm Tun und Treiben nur eine vage Vorstellung, weiß kaum, was der Job erfordert. Unschuldigen Zivilisten den Künstler-Rhythmus aufzwingen,...
Im Gebälk blitzt es. Die Götter machen Radau, fordern Aufmerksamkeit. Immerhin haben sie gerade die schöne Galathea von einer Elfenbeinstatue in eine Dame aus Fleisch und Blut verwandelt. Es ist dies die Schlüsselszene in Gaetano Donizettis Opernerstling «Il Pigmalione». In Duisburg misslingt sie leider. Denn schon von Beginn an spaziert Galathea (schillernd:...
