Editorial, Juni 2010
Eyjafjallajökull. Flüssig und fehlerfrei aussprechen können das im deutschsprachigen Raum vermutlich nur ein paar Island-Spezialisten. Doch jeder weiß, was die Zeichenfolge bedeutet: Feuer, Lava, Rauch, Asche. Die Vulkaneruption sorgte für ein spektakuläres Naturschauspiel – und für Chaos im Luftverkehr. Die so verordnete Zwangspause für den homo mobilis wirkte sich auch auf diese «Opernwelt»-Nummer aus.
Wir hatten eine große Reportage über die Los Angeles Opera geplant: Den Abschluss von Achim Freyers «Ring»-Zyklus wollten wir für einen genauen Blick hinter die Kulissen des von Plácido Domingo geleiteten Hauses nutzen – im Gespräch mit Musikchef James Conlon und anderen Künstlern, und mit einem Bericht vom opulenten «Ring»-Begleitprogramm, an dem sich Universitäten, Museen und andere Kulturinstitute beteiligten. Doch die amerikanische Westküste blieb von Berlin aus unerreichbar. So werden wir das Finale des Freyer-«Rings» im Juli-Heft nachreichen – im Rahmen eines USA-Schwerpunkts, bei dem es dann auch um die Uraufführungen von Jake Heggies «Moby Dick» in Dallas und Daron Hagens «Amelia» in Seattle geht.
Mit Behinderungen ganz anderer Art kämpfen Italiens Opernhäuser. Seit Jahren ...
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Frieder Bernius, der Gründer und Leiter des «Festivals Stuttgart Barock», der schon öfter Dresdner und Stuttgarter Archivschätze hob, ist wieder einmal fündig geworden – mit dem 1798 in Stuttgart uraufgeführten Singspiel «Die Zauberinsel» des damaligen württembergischen Hofkapellmeisters Johann Rudolf Zumsteeg (1760-1802). Man kennt den «Mozarts Wirtembergs», wie...
Griechenland war ein doppelter Problemfall bei den Internationalen Maifestspielen in Wiesbaden – einmal überraschend, einmal nicht. Das unerwartete Problem: Zwei Jahre lang war das große Gastspiel der Nationaloper aus Athen vorbereitet worden, doch dann machte die griechische Schuldenkrise einen Strich durch die Rechnung. Eine Absage drei Wochen vor Beginn der...
Ring»-müde? Gilt nicht für Rhein-Main. Viele Opernbühnen der Region planen den tetralogischen Kraftakt. Da werden wohl wieder beträchtliche Kapazitäten gebunden. Oder ist der monumentale Viererpack inzwischen das Normalmaß für theaterunternehmerischen Ehrgeiz? Die Zustimmung des Publikums scheint, woran ein Walter Legge noch nicht glauben wollte, absolut sicher. In...
