Editorial
Wenn die Nachricht stimmt, ist es eine gute: Kirill Petrenko soll den Bayreuther «Ring» zum Jubiläumsjahr 2013 dirigieren. Das sagt mehr, als die beiden Halbschwestern, die die Festspiele in diesem Sommer erstmals leiten, sonst im Moment sagen wollen und können. Es bedeutet nämlich, dass Bayreuth bis 2015 glänzend aufgestellt ist, was die Dirigenten betrifft. Die junge Generation tritt an – und zwar denkbar kontrastreich. Der Lette Andris Nelsons kommt 2010 für «Lohengrin» (Regie: Hans Neuenfels).
2011 folgt Thomas Hengelbrock, den wir in diesem Heft gefragt haben, wie er seine Erfahrungen mit historischer Aufführungspraxis beim «Tannhäuser» umsetzen will (Regie: Sebastian Baumgarten). Christian Thielemann betreut einen neuen «Holländer» 2012 (Regie: Sebas-
tian Nübling). Nach dem «Ring», dessen Regisseur(in) noch nicht feststeht, folgt 2015 «Tristan» mit Thielemann (sein bester Wagner, schon früher in Hamburg und Bologna) und Katharina Wagner. So weit und viel versprechend hat man in Bayreuth lange nicht in die Zukunft schauen können.
Auch unser zweites Interview gilt einem Dirigenten: Riccardo Muti, der in diesem Monat bei den Salzburger Festspielen Rossinis «Moïse» leitet, ...
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Krisenstimmung bei den Berliner Philharmonikern: Da bieten die Musiker und ihr Chefdirigent Simon Rattle im Stammhaus ein «Best of» aus Richard Wagners «Götterdämmerung» an – und eine Woche vor dem Konzert sind erst 80 Prozent der Tickets verkauft! Wo sich andere Orchester entspannt zurücklehnen, beginnen die Philharmoniker zu grübeln. Wie erklärt sich die...
Allzu viele Aufführungen von Hans Pfitzners musiktheatralischem Hauptwerk «Palestrina» gab es in den letzten Jahrzehnten nicht – und wohl überhaupt noch keine eines innovativ durchdringenden Szenikers. Das scheint erstaunlich, weil es sich um ein Schlüsselwerk an der Nahtstelle zwischen Wagner und der Moderne handelt. Und zudem um eine veritable, in vielerlei...
George Gerswhin hob die Hand, um sie wie ein Falke auf die Tasten des Klaviers niederstürzen zu lassen. Doch plötzlich hielt er inne. «Eines noch, Rouben», sagte er, «es muss dir klar sein, dass das eine ganz schwierige Partitur ist. Eigentlich ist sie unmöglich. Kann man denn Wagner überhaupt auf dem Klavier spielen? Und das hier ist wie Wagner.» Vom Regisseur...
