Drei Frauen

Glyndebourne kümmert sich in diesem Jahr um weibliche Schicksale: mit Janáčeks «Katja Kabanowa», Verdis «Luisa Miller» und Rossinis «Il turco in italia»

In Glyndebourne dreht sich der Festivalsommer diesmal – durch die Corona-Anpassungen etwas prononcierter als vorgesehen – um die Pole Ehepflicht und Liebe, so fasst Artistic Director Stephen Langridge es zusammen. Man könnte aber auch sagen: um Frauen und ihre Schicksale. Um ihre Versuche, persönliche Bedürfnisse zu verwirklichen, obwohl ihnen gesellschaftlich wie ökonomisch kaum Wege offenstehen.

In den Neuproduktionen kommt die junge Liebe vor mit Verdis Luisa Miller, der wegen der elterlichen Opposition gegen die Verbindung mit Rodolfo nur der Tod oder ein Leben am Bettelstab bleiben. Dann sind da Janáčeks «Katja Kabanowa» und Fiorilla in Rossinis «Il turco in Italia», die ihren unerfreulichen Ehen durch Affären zu entkommen suchen. Während ihre Liebhaber sich ohne große Moralpredigt davonmachen dürfen, stürzt die zerstörte Katja sich am Ende in die Wolga, findet Fiorilla sich mittellos auf der Straße wieder, nur um in einem aus heutiger Perspektive völlig ungenießbaren «Happy End» schlimm gedemütigt zu werden. Der Treuetest, dem Fiordiligi und Dorabella in der Wiederaufnahme von «Così fan tutte» unterzogen werden, hinterlässt einen ähnlich hässlichen Beigeschmack. Konzertant ...

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Opernwelt September/Oktober 2021
Rubrik: Festspiele Glyndebourne, Seite 32
von Wiebke Roloff Halsey

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