Viel Dampf um nichts

Dove: Marx in London
Bonn | Theater

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Eine Oper über Karl Marx? Er sei, so Jonathan Dove im Programmheft, augenblicklich fasziniert gewesen, als ihm der Regisseur Jürgen R. Weber ein solches Projekt vorgestellt habe. Flugs steckten beide die Köpfe zusammen und zogen den Librettisten Charles Hart hinzu, um es in die Tat umzusetzen. Eines war den beteiligten Herren klar: Es wäre vermessen, Vita und Werk dieses revolutionären Denkers in Töne kleiden zu wollen. Etwas Leichtes, Lockeres sollte es sein, eine Komödie in Klängen und Bildern.

Das Ergebnis ist nun an der Oper Bonn zu besichtigen: «Marx in London» heißt das zweistündige Opus. Inszeniert hat es der Ideengeber selbst.

Der dramaturgische Kniff liegt in der Konzentration: Geschildert wird ein Tag im Leben des Karl Marx, genauer: der 14. August 1871. Marx lebt mit seiner Familie in London und steckt inmitten eines Scherbenhaufens. Der Haushalt wird der massiven Schulden wegen gepfändet, Ehefrau Jenny ist außer sich vor Wut, Helene, Mutter des gemeinsam mit Karl gezeugten Sohnes Freddy, schlägt den politischen Schriftsteller im Schach, will aber gerade jetzt nicht von ihm verführt werden, Tochter Eleanor (Spitzname Tussy) glaubt, einen Spion auf der Straße entdeckt ...

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Opernwelt Februar 2019
Rubrik: Panorama, Seite 30
von Jürgen Otten

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