Dieser vermaledeite Phallus
Der scheidende Genfer Intendant Aviel Cahn glitzert. Kleidungstechnisch zumindest. Er verbreitet zu Beginn des Abends gute Laune und weist schon auf die Gratis-Verköstigung nach Vorstellungsende hin. Spoilern wir: Es gibt Hotdogs. Das muss erwähnt werden, weil diese Speise zum vorher Erlebten passt. Viel Fett, viel künstliche Zutaten und natürlich erinnert die Hauptzutat an einen Phallus ... Den sehen wir oft und in diversen Formen auf der Bühne, gern kombiniert mit mäßig originellen Ideen.
Auftritt: Donald Trump.
Selbiger ist übergewichtiger als in der Realität und trägt einen Mini-Schniedel vor sich her. Irgendwann regnet es Ballon-Penisse vom Himmel. Eher höllisch wirkt eine gigantische Peniskanone, die aufs Publikum zielt, aber dann doch nicht abgefeuert wird. Dies ist das Schlussbild, welches Teile des Publikums auch kräftig abfeiern, allerdings nicht die Mehrheit. Wobei man sich im calvinistischen Genf auch nicht sehr empört über eine Inszenierung, die Frank Zappas (in dieser Form) im Jahr 2000 erstmals beim Holland Festival gezeigtes Musiktheater-Fresko «200 Motels» durch eher billigen Klamauk vergegenwärtigen will. Trump auf der Bühne, gähn! Penisse und Drag-Gehampel, ...
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Opernwelt August 2026
Rubrik: Panorama, Seite 59
von Jörn Florian Fuchs
Womit verdient das Unternehmen «Windsor» sein Geld? Man erfährt es nicht. Wahrscheinlich ist es auch völlig egal. Sicher ist jedenfalls, dass erhebliche Summen bewegt werden: Der CEO – es ist Falstaff – residiert in einem prächtigen Büro, irgendwo droben in einem Wolkenkratzer. Vor den Fenstern grüßt die Skyline New Yorks, Vögelchen fliegen vorüber, auch mal ein...
Von Walter Benjamin stammt die scharfsinnige, nur bedingt anfechtbare These, Schicksal und Charakter würden einander ausschließen: «Wo das Schicksal herrscht, sei, so der Philosoph, «für Charaktere, die standhalten, kein Platz, und wo sich Charaktere ungebrochen behaupten, bleibt das Schicksal fern.» In den Opern Verdis ist meist Ersteres der Fall, wobei man...
Nicht alles war grausam im Theater von Antonín Artaud. Auch die (klingende) Poesie besaß dort einen Sitzplatz, vielleicht versteckt in einem Winkel der oberen Ränge, aber doch deutlich spürbar. Beleg ist jene Sentenz des französischen Schauspielers, Dramatikers und Theoretikers, mit dem er die Faszination und Magie der Darstellenden Künste, die an diesem Ort...
