Wenn Räume singen

Margarethe Maierhofer-Lischka untersucht die Inszenierung von Wahrnehmung im zeitgenössischen Hör-Musiktheater

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Nicht alles war grausam im Theater von Antonín Artaud. Auch die (klingende) Poesie besaß dort einen Sitzplatz, vielleicht versteckt in einem Winkel der oberen Ränge, aber doch deutlich spürbar. Beleg ist jene Sentenz des französischen Schauspielers, Dramatikers und Theoretikers, mit dem er die Faszination und Magie der Darstellenden Künste, die an diesem Ort waltet, beschreibt: «Das Geheimnis des Theaters im Raum ist die Dissonanz, die Staffelung der Klang -farben und die dialektische Entfesselung des Ausdrucks.

» Nicht von ungefähr stellt Margarethe Maierhofer-Lischka diesen Gedanken an den Anfang ihres Buches mit dem nicht minder poetischen Titel «Ich höre die Steine, sehe den Klang und lese das Wasser», in dem sie sich mit «Inszenierungen von Wahrnehmung im zeitgenössischen Hör-Musiktheater» beschäftigt.

Vor allem um das Phänomen der «Wahrnehmung» geht es. Darum, wie man die Welt hört, wie man ihrer durch das Hören habhaft werden, sie sich aneignen, schließlich sogar mit ihr verschmelzen kann. Und welche Rolle dem einzelnen Kunstwerk zukommt. Ziel ihrer umfangreichen Studie sei es, so Maierhofer-Lischka, «mithilfe einer interdisziplinären Methodik ein neues Musiktheater -format ...

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Opernwelt August 2026
Rubrik: Medien, Seite 48
von Virginie Germstein

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