Die Wüste lebt

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In der Sport-Sprache heißt es gerne «Nach dem Spiel ist vor dem Spiel»: Die nächste Herausforderung wartet schon. Für den Theater- und Konzertbetrieb gilt Ähnliches: Jede noch so gelungene Premiere ist auch eine Art quasi finaler Momentaufnahme eines längeren Arbeitsprozesses, dessen Ergebnisse sich in der Folgezeit bewähren sollen. Insofern setzt sie alles andere als einen Schlussstrich. Natürlich müssen für einen Saisonrückblick Termine gelten, etwa die letzten Produktionen der Spielzeit.

Nun hat die Corona-Pandemie nicht nur Leben und Existenzen gekostet, sondern seit anderthalb Jahren auch die Kultur erheblich lahmgelegt. Wobei Festangestellte in etablierten Institutionen weit besser daran waren als die Freien.

Doch so oder so mussten sich Produzenten wie Rezipienten, also auch Rezensenten, wohl oder übel ans Prinzip «Not macht erfinderisch» halten. Kam im Vorjahr die Mainzer Interpretation von Nonos «Al gran sole carico d’amore» nicht über die Generalprobe hinaus, wurde die Aufführung noch am Premierentag abgesagt, so hing auch am Ende der vergangenen Saison das Corona-Damokles-Schwert über allem. Dass manche Premieren stattfanden, war nicht unbedingt vorhersehbar. Umso ...

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Opernwelt Jahrbuch 2021
Rubrik: Umfrage Kritikerstatements, Seite 109
von Gerhard R. Koch («FAZ», Frankfurt am Main)

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Bequem geht immer

Kulturpolitik wurde in Zeiten von Corona gern und viel gescholten. Oft auch pauschal. Doch genaues Hinschauen lohnt sich. Die Palette reicht von glänzend bis dilettantisch. Zwei Extrembeispiele: Dresden und Köln. In Sachsen lässt Kulturministerin Barbara Klepsch den Vertrag von Christian Thielemann als Musikchef der Staatskapelle Dresden auslaufen. Auch Peter...

Neue Wege

Abgesehen von der merkwürdigen Art und Weise, wie sich die Saison 2020/2021 entfaltet hat, ist zunächst zu bemerken, dass im Gegensatz zur vorherigen Saison praktisch alle Institutionen, große wie kleine, vorbereitet waren, um auf die Unwägbarkeiten von Covid zu reagieren, indem sie Alternativen anboten: in Streaming oder in Theatern; mit sehr reduzierter Kapazität...

Enttäuschungen

Das Erschreckende in der vergangenen Spielzeit war für mich die Irrelevanz quasi des gesamten Kulturbetriebs. Systemrelevanz? Fehlanzeige! Das sah beziehungsweise sieht man auch jetzt noch, selbst bei begrenzter Platzauslastung bleiben erhebliche Teile des früheren Publikums weg.

Ein weiterer Schock: wie ungelenk manche Häuser und Institutionen mit der Krise...