Die Stimmen stimmen
Er ist schon ein Teufelskerl, dieser Graf Opalinski. Im Untergrund kämpft er gegen die sächsischen Besatzer, gibt sich als Student Jan aus, wird verhaftet, kommt frei, weil Oberst Ollendorf ihn für einen amourösen Racheplan braucht – und befreit listig seine Heimatstadt Krakau. Bei der Mörbischer «Bettelstudent»-Premiere ist Gert Henning Jensen, hochgewachsen und mit hell strahlendem Tenor, der ideale Darsteller des polnischen Patrioten: Mit dem Feuer des jugendlichen Draufgängers stürzt er sich in den vokalen Freiheitskampf.
Er erobert im Sturm das Herz von Daniela Kälins charmanter Bronislawa – und die Gunst des Publikums beim weltgrößten Operettenfestival am Neusiedlersee.
Mirko Roschkowskis wärmer grundierter, weicher Tenor wiederum passt genau zu Symon, dem tagträumerischen Titelhelden, der in Carl Millöckers Operette unversehens vom Strudel der Ereignisse erfasst, aber am Ende vom Schicksal belohnt wird. Eine glückliche Hand hat die neue Intendantin Dagmar Schellenberger bei der ganzen Besetzung bewiesen: Henryk Böhm macht den Polterer Oberst Ollendorf zum komödiantischen Zentrum des Abends, sekundiert vom klangschönen Quintett seiner Offiziere wie auch von Olaf Plassa als ...
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Opernwelt September/Oktober 2013
Rubrik: Magazin, Seite 94
von Frederik Hanssen
Die politische Geschichte der Salzburger Festspiele zwischen 1933 und 1944 bietet Anschauungsmaterial dazu, wie käuflich Kunst und Musik sind und wie opportunistisch Künstler und Musiker sich verhalten können, wenn sie von den Mächtigen hofiert oder in Beschlag genommen werden. Der etwas akademisch klingende Buchtitel des Salzburger Universitätshistorikers Robert...
Die eigentliche Premiere bei der diesjährigen Bayreuther Eröffnung bestand darin, dass es die Premiere des Vorjahres war. Kein Ruhmesblatt der Disposition und in der Geschichte der Festspiele noch nie dagewesen. Bundeskanzlerin und Bundespräsident kamen gemeinsam, auch das eine Premiere, aber im Wagner-Jahr keine Überraschung. Die Festspielleiterinnen dagegen...
Herr Nézet-Séguin, Sie sind wahrscheinlich der erste Dirigent seit «Lenny» Bernstein, den das Publikum beim Vornamen nennt. Wie erklären Sie sich dieses Liebesverhältnis?
Damit, dass mein Nachname für das amerikanische Publikum zu schwer auszusprechen ist. Alle nennen mich Yannick. Ich bin aber nicht der Einzige. Auch «Gustavo» Dudamel in Los Angeles steht für einen...
