Bewerbungsstück für Bamberg
Den Ruhm, der ihm als Erzähler schon zu Lebzeiten zuteil wurde, hätte Ernst Theodor Amadeus Hoffmann lieber als Komponist geerntet. Aber dieses Glück blieb ihm versagt. Heute wissen auch fortgeschrittene Musikliebhaber oft nicht, dass er Opern geschrieben hat. Seine 1816 in Berlin uraufgeführte «Undine» wurde in unserer Zeit vereinzelt gegeben, meist in konzertanter Form. Die romantische Oper «Der Trank der Unsterblichkeit», 1808 komponiert, war dagegen bis vor Kurzem noch nicht einmal dem Titel nach bekannt. Aus einem einfachen Grund: Sie wurde nie aufgeführt.
Es handelt sich um eine Bewerbungsarbeit Hoffmanns für den Posten des Musikdirektors in Bamberg, dessen Intendant damals Julius von Soden war – er hatte das Libretto verfasst. Fast zweihundert Jahre ruhte die Partitur im Archiv der Berliner Staatsbibliothek, wo sie von Peter P. Pachl aufgespürt und beim Verlag Ries & Erler herausgegeben wurde. Die von ihm selbst inszenierte Erfurter Produktion war zugleich die Uraufführung des Werks.
Das Thema der Oper, die man dem Märchengenre zuordnen muss, ist von zeitlosem Interesse. Es geht um die Unfähigkeit des Menschen, sich an der Gegenwart zu freuen, weil er die Zukunft im Blick ...
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Opernwelt Juni 2012
Rubrik: Magazin, Seite 69
von Ekkehard Pluta
Bei den Bayreuther Festspielen hat Christoph Schlingensief 2004 die Optik revolutioniert. Weil er sich nicht bemühte, den «Parsifal» irgendwie neu oder originell zu deuten. Weil er auf alle herme-neutischen Umarmungen des «Bühnenweihfestspiels» pfiff. Weil seine Bühnenräume zum großen und entscheidenden Teil virtuell waren. Weil er nicht eine vorgegebene Geschichte...
So ein Wagner-Glück gibt es in Skandinavien nicht alle Tage: In zwei Städten, die nur ein sechzehn Kilometer schmaler Wasserstreifen trennt, standen «Parsifal»-Premieren auf dem Programm. Man musste nur über den Øresund fahren, jene geschichtsträchtige Meerenge, die Dänemark von Schweden trennt, um erhellende Vergleiche zwischen den Aufführungen in Kopenhagen und...
Irgendwann war da nur noch die Angst. Wenn René Voßkühler auf die Bühne musste, folgte sie ihm. Wie ein Raubtier, das jeden Moment zum Sprung ansetzen konnte. Diese Panik vor dem Überfall war das Schlimmste. Vor einer Attacke aus dem Hinterhalt. Ein permanenter Alptraum, der ihm die Kehle abschnürte. Über jedem Auftritt stand die unausgesprochene Frage: Was ist,...
