Die letzte Nacht
Es entfaltet Sogwirkung, das Stück über John F. Kennedy, das David T. Little und sein Librettist Royce Vavrek für die Fort Worth Opera geschrieben haben. Umfangreicher und zugleich intimer als der Rockmusik-getränkte Dreiakter «Dog Days» (2012) gibt sich die neue Oper: In «JFK» werfen Little und Vavrek konventionelle Erzählstrukturen über Bord, um die Unerbittlichkeit des Schicksals sowie das Innenleben der Figuren auszuloten.
Schauplatz ist das Hotel in Fort Worth, in dem der US-Präsident und seine Gattin die Nacht vor dem Attentat von Dallas verbringen.
John halluziniert unter dem Einfluss des Morphiums, das er gegen seine Rückenschmerzen einnimmt, und durchlebt seine tiefsten Ängste und Unsicherheiten. Jackie kämpft gegen eigene Dämonen; grübelt über ihre Ehe und betrauert den Verlust zweier ihrer Kinder. Am nächsten Morgen machen John und Jackie sich zur Abfahrt bereit – doch die eigentliche Tragödie spart die Oper aus. Umso eindringlicher vermittelt sich die landesweite Schockstarre nach dem Attentat. Ein zusätzliches Figurenduo verkörpert die Schicksalsmächte, dann ein Zimmermädchen und einen Geheimagenten, schließlich Clara und Henry, ein Paar aus dem Umfeld des ebenfalls ...
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Opernwelt Juni 2016
Rubrik: Panorama, Seite 45
von Heidi Waleson
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So kann man es zusammenfassen. Diese Vielfalt ist nicht Zufall, sie ist Absicht.
Unter Ihren Vorgängern Hans Werner Henze und Peter Ruzicka vertrat die Biennale einen Werkbegriff, suchte nach neuen,...
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Dass es seither...
