Frühling auf französisch

Arthur Honeggers und Jacques Iberts Operette «L’Aiglon» unter Kent Nagano, Francis Poulencs «Voix humaine» und «Dame de Monte-Carlo» in der Klavierfassung

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Aufgrund welcher Verkettungen und Missionen die «Decca» – opernaktiv sonst nur im Bereich Alter Musik und für Cecilia Bartoli – bei «L’Aiglon» sogar ein Label-Debüt von Operndirigent Kent Nagano arrangierte, gibt Rätsel auf. Man könnte es als Naganos Operetten-Debüt betrachten: «L’Aiglon», komponiert 1937 als Gemeinschaftsarbeit von Arthur Honegger und Jacques Ibert, ähnelt durchaus historisch ausgeschmückten Operetten à la «Madame Pompadour» oder «Die Dubarry» – hier mit obligatem Tanzgastspiel von Fanny Elssler.



Hinter dem jungen Adler (Aiglon) verbirgt sich der juvenile Napoléon II., also Napoleon Franz Bonaparte, legitimer Thronfolger aus der zweiten Ehe des Imperators mit Marie-Louise von Österreich. Den Herzog von Reichstadt porträtierte schon das zugrundeliegende, höchst erfolgreiche Drama von Edmond Rostand, das es nach der Premiere (1900, mit Sarah Bernhardt in der männlichen Titelrolle) bis an den Broadway schaffte. In Frankreich erinnern sich die Theater immer noch gelegentlich daran.

Die Vertonung des Stoffs kann als weitgehend vergessen gelten. Ein «Großer Querschnitt» auf Vinyl (von 1956) lässt sich kaum noch verifizieren. Über die Art ihrer Zusammenarbeit replizierten ...

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Opernwelt Juni 2016
Rubrik: CD des Monats, Seite 29
von Kai Luehrs-Kaiser

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