Die Entdeckung der barocken Azteken
Spannende Geschichte mit Happy End – das war schon immer ein beliebtes Erzählschema. Die Ausgrabung des dreiaktigen «Motezuma» von Antonio Vivaldi wurde, dank der Besitzerin der Abschrift, zu einem aufregenden Krimi. Am 11. Juli hatte das Düsseldorfer Landgericht im Eilverfahren die Aufführung verboten (siehe OW 9-10/2005). Doch die Berufungsinstanz gab dem Veranstalter, dem Düsseldorfer Altstadtherbst, Recht: Das gedruckte Libretto von Alvise Giusti und die fragmentarische Abschrift sprechen für eine zeitgenössische Veröffentlichung.
Für die barocke Aufführungspraxis fiel ein wichtiges Präzedenzurteil: Die Beweislast liegt beim Kläger, der hätte dartun müssen, dass das Werk unveröffentlicht sei. Steffen Voss (kritische Transkription), Federico Maria Sardelli (Autor der Aufführungsfassung) und Regisseur Uwe Schmitz-Gielsdorf konnten in der akustisch brauchbaren Halle am Wasserturm eine triumphale Ernte einfahren.
«Motezuma» ist der italienisch vereinfachte «Moctezuma» (wie «atto» aus «actus»), und das wieder, neben dem geläufigeren «Montezuma», die spanische Verballhornung des Nahuatl-Namens des letzten Aztekenkaisers Motecuhzoma II. (1466-1520), von Cortez gefangen genommen und ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Die Krise des CD-Marktes verschont auch die Opern Richard Strauss’ nicht: Obwohl gerade die Spätwerke wie «Die Ägyptische Helena», «Daphne» und «Danae» seit einigen Jahren eine Renaissance auf den Bühnen erleben, ist davon auf CD nur wenig zu spüren. Selbst Christian Thielemann, der wohl profilierteste Strauss-Dirigent unserer Tage, durfte bislang noch keine...
Im Foyer des Theaters an der Wien gleich neben dem Kartenbüro ist jenes Zimmer eingerichtet, in dem Beethoven wohnte, als er für den Direktor Schikaneder dessen Drama «Vestas Feuer» in Musik zu setzen suchte, und später, als er unter Schikaneders Nachfolger Zitterbarth am «Fidelio» für die Uraufführung des Werks im Jahre 1805 arbeitete.
Zweihundert Jahre danach bot...
Noch heute sind die Burg von Turku in der Nähe des südlich gelegenen Hafens und der Dom am Nordrand des Zentrums Eckpfeiler einer Stadtbesichtigung. Zwei auf Schwedisch komponierte Opern (bis 1800 war Turku als Åbo die zweitgrößte schwedische Stadt!) spiegeln die Historie an diesen zentralen Orten: «Daniel Hjort» von Selim Palmgren spielt 1599 auf der Burg und...
