Mit Publikumsbeteiligung

Opernwelt - Logo

Demokratischer als zur Eröffnung der neuen Spielzeit am Teatro «G. B. Pergolesi» in Jesi in der Adria-Region Marken hätte es in einem Opernhaus nicht zu­gehen können. Wann bietet sich Pre­mierenbesuchern sonst die Möglichkeit, selbst darüber zu befinden, welche Ouvertüre den Auftakt zum Abend geben sollte? Kurz vor Beginn durften die Zuschauer das Stück ihrer Präferenz aus ­einer Vorschlagsliste bestimmen. Nachdem kostümierte junge Helfer die Voten rasch eingesammelt hatten, wurde das Auszählungsverfahren allerdings radikal vereinfacht: Man entschied per Los.

Das Philharmonische Orchester der Marken konnte so nach wenigen Minuten unter Attilio Cremonesis dynamischer Stabfüh­rung das Siegerstück anstimmen: Mozarts Vorspiel zum «Schauspieldirektor».
Dieses ungewohnte Vorgehen – einer von zahlreichen pfiffigen Regieeinfällen – knüpft an die Aufführungspraxis dieser musikalischen Komödie, einer Collage aus dem 18. Jahrhundert, an, die das Teatro «Pergolesi» jetzt nach mehr als zweihundert Jahren zum ersten Mal wieder vorstellte. Der Ablauf war damals nicht festgelegt, ließ sich bei jeder Aufführung vom Autor, den Mitwirkenden, den Veranstaltern und dem Pub­likum neu arrangieren. Die ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt November 2005
Rubrik: Magazin, Seite 26
von Gabor Halasz

Vergriffen
Weitere Beiträge
Melodie lunghe, lunghe, lunghe

Es ist ein schönes Bellini-Paket, das TDK nach «Beatrice di Tenda» aus Zürich von 2001 mit «La sonnambula» aus Florenz (2004), «Norma» aus Parma (2001) und «I puritani» aus Barcelona (2001) geschnürt hat – mit drei Primadonnen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, und drei Stücken, die die ganze Bandbreite des Komponisten zwischen romantischem Märchen,...

Verdi: Il trovatore

Dominik Neuners Bühnenbilder, die er selbst für seine Inszenierungen schafft, haben hohen Wiedererkennungswert. Wie bei der «Elektra» im April gab es auch beim «Troubadour» in Kassel eine gewaltige Schuttwüste, die sich aus abstrakten geometrischen Elementen aufschichtete, Rahmen, Ebenen, Höhlen, bestimmt vom «männlichen» rechten Winkel. Einziger Fremdkörper ein...

Zu neuen Ufern

Der große Aufbruch war es noch nicht. Aber das war nach zweiunddreißig am Ende nur noch quälend langen Jahren seines Vorgängers auch nicht zu erwarten. Wulf Konold, der die Ludwigsburger Festspiele seit diesem Jahr als Nachfolger des höchst widerstrebend gegangenen Wolfgang Gönnenwein leitet, beließ zunächst einmal vieles beim Alten – angesichts der kurzen...