Der Tod wartet auf der anderen Seite der Tür
Nichts fürchtet der Mensch mehr als das Ende. Den Tod. Dabei gäbe es einigen Grund zum Trost. Denn bei Lichte betrachtet, hat der Tod mit unserem Leben nur sehr wenig zu tun. Solange man existiert, kann der Tod nicht im gleichen Raum sein, und vice versa ist dort, wo der Tod wohnt, kein Platz mehr für Lebende. Oder wie es Ludwig Wittgenstein so schön lakonisch und zugleich wissenschaftlich fundiert formuliert hat: «Der Tod ist kein Ereignis des Lebens.»
Was Wittgenstein vergaß zu sagen: Aber er wartet auf der anderen Seite der Tür.
Franz Schubert hat diese Tür nicht nur einmal weit aufgestoßen. Er kannte den finsteren Gesellen, der da drüben hämisch grinsend seiner harrte. Und er schrieb Lied um Lied gegen ihn, dabei ängstlich bibbernd, es könnte ihn demnächst erwischen. Auch in seinem «Schwanengesang» D 957 geht der Tod (und nicht nur der Tod der Liebe) umher, vor allem in jenem Lied, das uns noch heute Schauder über den Rücken treibt, wenn es gut gesungen wird: «Der Doppelgänger» auf Heinrich Heine. Ein Selbstbildnis in h-moll, der Tonart des Todes auch bei anderen Komponisten (Verdi, Puccini etc.), das darüber hinaus Bild einer von Liebe verlassenen Welt ist.
Jeder Akkord ein ...
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Opernwelt Januar 2022
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 31
von Jürgen Otten
Stimmlich, figürlich und darstellerisch (man verstand jedes Wort) einfach die Erfüllung einer seit 25 Jahren an die Deutschen gestellten Forderung» – so schwärmte Richard Strauss brieflich über Maria Rajdl, nachdem er sie 1930 in Dresden als Salome erlebt hatte. Schließlich hatte er selbst einiges getan, um der Sopranistin den Auftritt in der 1905 gleichenorts...
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01.01. – 16:00 Uhr
Berliner Philharmoniker – Galakonzert 2012
Mit Cecilia Bartoli (Mezzosopran), Jonathan Kelly (Oboe), Gábor Tarkövi (Trompete) und Simon Rattle (Musikalische Leitung)
02.01. – 21:45 Uhr
Galakonzert
Mit Lang Lang (Klavier), Mariss Jansons (Musikalische Leitung) und dem BR-Symphonieorchester
16.01. – 21:45 Uhr
Gardiner dirigiert Chabrier
Das...
Eine «ungewöhnliche Entdeckungsreise», die nach einer neuen Antwort auf die alte Frage sucht, was Musik eigentlich sei, ob sie sich selbst zum Gegenstand werden kann, also jenseits ihrer technischen Analyse wie ihrer emotionalen Wirkung einen «verborgenen Sinn» besitzt, den sie uns mitteilen will, verspricht Laurenz Lütteken den Lesern seines jüngsten, der...
