Der Strippenzieher

Keiner hat die Kulturlandschaft zwischen Bayreuth und München so tief geprägt wie Toni Schmid. Mit seinem Film über die Bayerische Staatsoper feiert der starke Mann im Hintergrund ein bisschen auch sich selbst. Im Herbst will er abtreten – aber erst, wenn die Nachfolge für Nikolaus Bachler und Kirill Petrenko geregelt ist

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Der Film zeigt sein Lebenswerk. Kein Wunder, dass Toni Schmid ein wenig angespannt ist. «Ganz große Oper» heißt der Streifen, eine 90-minütige Hochglanzdokumentation über die Bayerische Staatsoper. Seit Anfang Juni läuft sie in rund 80 Kinos. Die Premiere beim Dok.Fest München fand auf der Bühne der Staatsoper statt. Das schafft nicht jeder.

Ein Bildband für die Großleinwand ist der Film geworden. Er gewährt Einblick in den Betrieb hinter den Kulissen, mit unbeschränktem Zugang zu allen Bereichen und den Stars des Hauses.

Intendant Nikolaus Bachler und sein Vorgänger Sir Peter Jonas geben Interviews, ebenso der einstige Generalmusikdirektor Zubin Mehta, Anja Harteros, Jonas Kaufmann, der, in München geboren, Weltkarriere machte und hier einige triumphale Abende hatte. Auch Ballettdirektor Igor Zelensky kommt zu Wort. Die Kamera begleitet Proben von Marius Petipas Ballett «La Bayadère», Verdis «Maskenball», Wagners «Die Meistersinger von Nürnberg» und Rameaus «Les Indes galantes», selbst Orchesterproben mit dem jetzigen, notorisch kamera- und interviewscheuen Generalmusikdirektor Kirill Petrenko. Auch das gelingt nicht jedem, genau genommen: niemandem außer Schmid.

Toni Schmid, ...

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Opernwelt Juli 2017
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Florian Zinnecker

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