Comme ci, comme ça!
Als Liedsänger hat sich der griechische Bariton Tassis Christoyannis auf das französische Repertoire der «Mélodie» spezialisiert. Nach vier vorausgegangenen (Félicien David, Benjamin Godard, Édouard Lalo und Camille Saint-Saëns gewidmeten) CDs, die alle beim Label Aparte erschienen sind, überrascht er nun mit einer ausgesprochenen Rarität. Den Namen Fernand de La Tombelle (1854-1928) noch nie gehört zu haben, ist keine Schande – der «Bielefelder Katalog» listet ganze drei CDs auf.
Als Schüler des großen Organisten Théodore Dubois ist der stilkonservative La Tombelle hauptsächlich mit Orgel- und Kammermusik hervorgetreten. Daneben hat er etwa hundert Mélodies geschrieben, in denen, der französischen Tradition entsprechend, die Deklamation des Wortes im Vordergrund steht.
Christoyannis hat für sein Programm 23 Stücke ausgewählt, die einen guten Überblick über La Tombelles Liedschaffen geben. Ein durchkomponierter und sprachnaher, schlichter Gesang, wie er ihn bei Gounod lernen konnte, dominiert. Aber gerade die wenigen strophischen Lieder gehören mit ihrem mal archaisch-folkloristischen, mal chansonhaften Ton zu den reizvollsten der Sammlung – etwa das «Sonnet» im Rokoko-Ton, das ...
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Opernwelt Juli 2017
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 27
von Uwe Schweikert
Am Anfang die Gewissheit. Es wird kein gutes Ende geben. Schon während der Ouvertüre, noch bevor der erste Ton gesungen ist, steht Marie vor dem abgetrennten Kopf ihres Geliebten Cinq-Mars. Doch das ist die Zukunft im Jahre 1642. Das unausweichliche Ende des Stücks. Die Liebe wird zum Opfer der Macht.
Charles Gounods «Der Rebell des Königs», uraufgeführt 1877 in...
Was hier wohl passiert ist? Man will es gar nicht genau wissen. Die Betondecke geborsten, die Kapelle auf der Bühne staubig, zerrupft und (leere Stühle signalisieren es) dezimiert. Ab und zu flackert das Licht, man hört ferne Detonationen und ein vorbeiziehendes Flugzeug. Es herrscht Krieg, ja gut. Aber wo? Offenbar nicht mehr draußen, auf dem Schlachtfeld, sondern...
Opern hat er kaum dirigiert. «Zauberflöte», «Entführung», «Fidelio», «Euryanthe», «Eugen Onegin», «Pelléas et Mélisande» – das war’s. Dennoch ist Herbert Blomstedt zutiefst geprägt von der vokalen Tradition. Sein Studium der Chorleitung und der Besuch einer Kantorenklasse bewirkten in Verbindung mit Schwedens Chortradition, dass ihm in jungen Jahren der Gesang als...
