Der Stimme folgen

Julia Varady zum 70. Geburtstag

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Nicht einmal Verehrer wussten davon, als Julia Varady sich von der Bühne zurückzog – mit einer völlig intakten Stimme. Ende 2003 war das. Im Jahr zuvor hatte sie «Edgar» aufgenommen und konnte als Fidelia klingen wie das junge Mädchen, das sich Puccini vorgestellt hat (siehe OW 9-10/2003). Vierzig Jahre öffentlichen Singens lagen da hinter ihr. Man hört es nicht. Oder besser: Man hört es nur als Summe einer gewachsenen künstlerischen Erfahrung, die sich als Flexibilität äußert.



Am Konservatorium von Klausenburg (Rumänien) wurde sie zunächst für einen Mezzo gehalten, hatte aber auch mit der Königin der Nacht keine Schwierigkeiten. Ihre großen Mozart- und Verdi-Partien hat sie früh erarbeitet, war aber klug genug abzuwägen, wann sie welche davon auf der Bühne sang – und wie oft. «Die Stimme wählt von selbst ihren Weg. Man muss nur aufmerksam folgen», heißt ihr Credo. Dabei ist sie keine Sängerin gewesen, die sich auf der Bühne geschont hätte. Das Sich-Ausliefern an eine Rolle, eine Produktion, eine Gesamtleistung ist immer ihr Markenzeichen gewesen. Und diese Bereitschaft blieb auch bei ungewöhnlichen Produktionen bestehen. Hans Neuenfels stimmt in seinen gerade erschienenen Memoiren ...

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Opernwelt September/Oktober 2011
Rubrik: Jubilare I, Seite 81
von Stephan Mösch

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