Aus dem Vollen
Messiaen und Mozart, Srnka und Krétakör – das macht: zwei große Premieren, zwei neue Kammeropern. Dazu, in fünf Festspielwochen, zwölf Werke des Repertoires, einschließlich der Neuproduktionen der Saison, Ballett, Konzerte, Liedrecitals, «Oper für alle», Jugendprogramme, die kunstintellektuellen Zugaben mit Film- und Medienkunst, Ausstellungen, Lectures. Das größte Opernhaus Deutschlands gibt sich hoch ambitioniert umtriebig.
Was früher das fast intime finale Festspiel jeder Opernsaison war – Repertoire-Aufführungen möglichst in Weltklasse-Besetzung –, beansprucht heute mehr Zeit/Raum, Kunst/ Künstler, Marketing/Publicity. Und es gibt neuerdings den Experimentalspielort Pavillon 21. Nikolaus Bachler hat seine Opernfestspiele zum Groß-Event mit internationalem Flair plus Laborcharakter hochgezogen.
Schon Bachlers Vorgänger Sir Peter Jonas betrieb die Erweiterung des Festivals, der Programme wie der Spielorte. Nur den metallglänzenden Pavillon 21 der Architekten Coop Himmelb(l)au, 2010 auf dem Marstallplatz hinter dem Nationaltheater als «Mini Opera Space» errichtet, hatte er noch nicht. Die aktuelle Uraufführung dort lieferte Komponist Miroslav Srnka, 1975 in Prag geboren, in Paris ...
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Opernwelt September/Oktober 2011
Rubrik: Panorama, Seite 69
von Wolfgang Schreiber
Franz Liszt kam von einer Luxemburg-Reise nach Bayreuth, mitten in der Festspielzeit. Über seine Besuche der Vorstellungen von «Parsifal» am 23. Juli 1886 und «Tristan» am 25. Juli divergieren die Meinungen. Während Oliver Hilmes diese Besuche nur erwähnt, stellt Michael Stegemann sie in einen Kontext. Liszt-Tochter Cosima, verwitwete Wagner, soll gesagt haben: «Es...
Durchaus ein wenig operettenhaft ist die Geschichte des Lehár Festivals in Bad Ischl. Vor 50 Jahren begann man am zentralen Wirkungsort des Komponisten mit sommerlichen Festspielen, doch finanzielle Schieflagen und ein Brand des Theaters stellten die Zukunft immer wieder in Frage. 1998 spielte man in einem Eissportstadion, ein Jahr später eröffnete das renovierte...
2005 lieferte die damals in breiten Kreisen wenig bekannte Danielle de Niese in Glyndebourne die Cleopatra in Händels «Giulio Cesare» als perfekte Music-Hall-Nummer ab, tits, hips and ass, mit schnittigen Koloraturen, doch vokal insgesamt nicht so, dass man in Verzückung gefallen wäre. Dies würde, mutmaßte man, eine jener Karrieren werden, die sich einem Hören mit...
