Flirts mit dem Musiktheater
Seit Peter Gelb vor fünf Jahren die Leitung der Metropolitan Opera übernommen hat, ist dort auf szenischem Gebiet eine vorsichtige Annäherung an die Standards des europäischen Musiktheaters zu konstatieren. «Vorsichtig» bedeutet: Die Inszenierungen begnügen sich nicht damit, den auftretenden Sänger-Stars einen dekorativen Rahmen zu bieten, wagen die Stücke gelegentlich sogar zu hinterfragen. Das kam bisher nicht in allen Fällen gut an.
Eine andere Neuerung stieß auf mehr Gegenliebe: die Übertragung der Produktionen in HD-Qualität in ausgewählten Kinos nicht nur in den USA, sondern in aller Welt. Einige dieser Aufzeichnungen wurden bereits auf DVD veröffentlicht, zunächst bei Decca, jetzt bei Sony, deren Chef Gelb vor seiner Berufung an der Met lange Jahre war.
Zu seinen «Hausregisseuren» ist mittlerweile die vom Schauspiel kommende Mary Zimmerman zu rechnen, deren für unsere Augen leichtbekömmliche Arbeiten in New York einigen Bühnenstaub aufwirbelten. Die teilweise harschen Reaktionen auf ihre «Sonnambula»-Inszenierung hat sie möglicherweise veranlasst, bei Rossinis «Armida» etwas leiserzutreten. Im Grunde begnügt sie sich damit, die auf Torquato Tassos Epos «Das befreite ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt September/Oktober 2011
Rubrik: Medien | CDs, DVDs, Seite 51
von Ekkehard Pluta
Russland ist derzeit ein besonders korruptes Land, dessen Regierung macht, was sie will. Steif und fest wird offiziell behauptet, die Demokratie floriere auf allen Ebenen. Natürlich spricht das der Realität Hohn. Dem Bolschoi Theater gab es jetzt Anlass zu einer scharfen Satire. Herausgefordert, wie zu Zeiten von Schostakwitschs «Lady Macbeth von Mzensk», fühlt...
Gottfried von Einems 1947 bei den Salzburger Festspielen uraufgeführte Oper «Dantons Tod» war einer der großen Musiktheatererfolge der unmittelbaren Nachkriegszeit. Dabei war es weniger die politische Stoßrichtung von Büchners Revolutionsdrama über die Jakobinerdiktatur als die erhoffte Bühnenwirksamkeit, die Einem und seinen Librettisten Boris Blacher zu dem Sujet...
Es war die letzte Spielzeit des lange amtierenden Präsidenten Günter Rhomberg bei den Bregenzer Festspielen. Außerdem steht der nächste künstlerische Chef Roland Geyer (bislang Theater an der Wien) bereits in den Startlöchern. Trotzdem hat David Pountney noch das Sagen am Bodensee. Und er hat bei der englischen Komponistin Judith Weir eine Uraufführung bestellt....
