Flirts mit dem Musiktheater
Seit Peter Gelb vor fünf Jahren die Leitung der Metropolitan Opera übernommen hat, ist dort auf szenischem Gebiet eine vorsichtige Annäherung an die Standards des europäischen Musiktheaters zu konstatieren. «Vorsichtig» bedeutet: Die Inszenierungen begnügen sich nicht damit, den auftretenden Sänger-Stars einen dekorativen Rahmen zu bieten, wagen die Stücke gelegentlich sogar zu hinterfragen. Das kam bisher nicht in allen Fällen gut an.
Eine andere Neuerung stieß auf mehr Gegenliebe: die Übertragung der Produktionen in HD-Qualität in ausgewählten Kinos nicht nur in den USA, sondern in aller Welt. Einige dieser Aufzeichnungen wurden bereits auf DVD veröffentlicht, zunächst bei Decca, jetzt bei Sony, deren Chef Gelb vor seiner Berufung an der Met lange Jahre war.
Zu seinen «Hausregisseuren» ist mittlerweile die vom Schauspiel kommende Mary Zimmerman zu rechnen, deren für unsere Augen leichtbekömmliche Arbeiten in New York einigen Bühnenstaub aufwirbelten. Die teilweise harschen Reaktionen auf ihre «Sonnambula»-Inszenierung hat sie möglicherweise veranlasst, bei Rossinis «Armida» etwas leiserzutreten. Im Grunde begnügt sie sich damit, die auf Torquato Tassos Epos «Das befreite ...
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Opernwelt September/Oktober 2011
Rubrik: Medien | CDs, DVDs, Seite 51
von Ekkehard Pluta
Auch die Tiroler Festspiele in Erl haben in diesem Jahr mit «Tannhäuser» eröffnet – selbstbewusster Fingerzeig Richtung Bayreuth? Vielleicht nur Koinzidenz ohne Hintergedanken, trotzdem eine verblüffende Parallele. Natürlich hinkt der Vergleich, in vielerlei Hinsicht. Zum einen ist das Passionsspielhaus in Erl schon von der Klangarchitektur ein kompletter...
ARTE
1./7./13./19.9. – 6.00 Uhr
Beethoven: Hammerklaviersonate.
Verbier Festival 2008. Jean-Frédéric Neuburger.
2./8.9. – 6.00 Uhr
Annette Dasch und die Gretchenfrage.
Konzert mit ausgewählten Arien aus dem Herkulessaal der Münchner Residenz. Münchner Rundfunkorchester, Marc Piollet.
4.9. – 6.00 Uhr
19.9. – 5.00 Uhr
Die nächste Generation.
Film von Mark Kidel über Alfred...
Als sie 2004 aus Kiel an die Deutsche Oper Berlin wechselte, schwebte über dem einst legendären Haus der Ruf einer Krisenstätte: Christian Thielemann war im Zorn abgetreten; das Orchester schmollte, weil es sich finanziell benachteiligt fühlte; das Repertoire war in beklagenswertem Zustand; die Politik brütete über Fusionsplänen. Und dann hatte Kirsten Harms ...
