Bloß keine Romantik
Was bewegt einen Komponisten, zu Beginn des 20. Jahrhunderts einen Sagenstoff noch einmal aufzunehmen, der in der Romantik viele und prominente Ausformungen erfahren hat – in der Literatur wie in der Musik? Antonín Dvorák war nicht mehr jung, als er «Rusalka» in einem Zug schrieb, ein hoch berühmter Mann, aber auf dem Gebiet der Oper bis dahin nicht wirklich erfolgreich.
War die Stückwahl pure Nostalgie, ein ängstliches Innehalten und Sich-Zurück-Wenden angesichts der Herausforderungen und Zumutungen einer Moderne, die auch auf musikalischem Gebiet vehement zu neuen Ufern drängte? Was bedeutet der Sagenkreis um Undine und Loreley in den Anfängen des Technischen Zeitalters und, ganz nebenbei, in den Kindertagen der Psychoanalyse?
Die von Dvorák vorliegenden schriftlichen Äußerungen geben keinen Hinweis darauf, dass er solche Fragen reflektierte, doch den schon damals aktuellen Konflikt zwischen Natur und Zivilisation, der ein Hauptthema in Jaroslav Kvapils Libretto ist, wird er wie andere sensible Zeitgenossen auch stark empfunden haben. Mehr als hundert Jahre nach der Uraufführung der Oper (1901) hat sich dieser Konflikt weiter zugespitzt, könnte auch Thema einer modernen ...
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Opernwelt September/Oktober 2011
Rubrik: Medien | CDs, DVDs, Seite 47
von Ekkehard Pluta
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