«Der schwierigste Opernjob in Deutschland»

Nach sieben bewegten Jahren an der Deutschen Oper Berlin zieht Kirsten Harms Bilanz. Und bekennt endlich Farbe. «Idomeneo»-Affäre, Personalquerelen, Künstlerpech, alles kommt dabei offen auf den Tisch.

Als sie 2004 aus Kiel an die Deutsche Oper Berlin wechselte, schwebte über dem einst legendären Haus der Ruf einer Krisenstätte: Christian Thielemann war im Zorn abgetreten; das Orchester schmollte, weil es sich finanziell ­benachteiligt fühlte; das Repertoire war in beklagenswertem Zustand; die Politik brütete über Fusionsplänen.

Und dann hatte  Kirsten Harms  auch noch Pech: Auf dem Höhepunkt des Streits um die Mohammed-Karikaturen erklärte das Berliner Landeskriminalamt 2006 Hans Neuenfels’ «Idomeneo»-Inszenierung zu einem Sicherheitsrisiko, worauf die Intendantin die Produktion absetzte – und als Feindin der Kunstfreiheit angegriffen wurde. Auch mit Chef­regisseur, Musikdirektor und manch eigener Regiearbeit hatte sie wenig Glück. In der Summe freilich konnte die 54-Jährige für Berlins größtes Opernhaus viel erreichen. Albrecht Thiemann führte ein Gespräch über Höhen und Tiefen einer komplizierten Intendanz.

Frau Harms, im Juli war für Sie an der Deutschen Oper Schluss. Hätten Sie gern weitergemacht?

Ja, sehr gern.

Warum haben Sie nicht um eine Verlängerung Ihres Vertrags gekämpft?

Warum sollte ich? Die Deutsche Oper Berlin steht wieder hoch im Kurs – bei den Künstlern wie beim ...

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Opernwelt September/Oktober 2011
Rubrik: Interview II, Seite 56
von Albrecht Thiemann

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