Der Kulturarbeiter
Peter Sellars, das Enfant terrible, Peter Sellars, der Provokateur: Lang ist’s her. Der amerikanische Regisseur, der in den achtziger Jahren mit seinen Inszenierungen von «Don Giovanni», «Così fan tutte» und «Le nozze di Figaro» verstörte, polarisierte, faszinierte und international berühmt wurde, agiert heute eher aus dem Hintergrund. Es ist stiller um ihn geworden, andere Namen setzen jetzt die Trends in der Regieszene. Sellars ist längst etabliert und stößt keinen mehr vor den Kopf.
Dass der Theatermacher, der sich gleichermaßen mit Oper wie mit Schauspiel auseinander setzt und Theater immer als politisch und unlösbar mit unserer politischen Realität verbunden begreift, dabei alles andere als eine Zeiterscheinung mit kurzem Verfallsdatum ist, bestätigt die Textsammlung «Peter Sellars – Amerikanisches Welttheater», herausgegeben von Gottfried Meyer-Thoss. Das Phänomen Sellars als theaterbesessener, hochmusikalischer Analytiker, der die von ihm erarbeiteten Werke stets in einen akribisch recherchierten historischen und (sozial-)politischen Kontext stellt, setzt sich in den Texten von Maria M. Delgado, Ivan Nagel, Edward W. Said, Hermann Beil, Toni Morrison sowie in Interviews mit ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Virtuos ist diese Musik nicht, weil sie dem Orchester Virtuoses abverlangt. Das tut sie sowieso. Virtuos ist, wie sie zwischen der unerträglichen Leichtigkeit des Seins und der nicht weniger unerträglichen Ernsthaftigkeit des Scheins pendelt. Es ist ja, auch wenn man es oft lesen kann, nicht so, dass Schostakowitsch seine Titelheldin nur oder vor allem auf die...
Die Produzenten des Gruberova-Labels Nightingale hatten den richtigen ökonomischen Riecher, indem sie diesen «Barbier» erst mal sieben Jahre im Archiv bunkerten: In der Zwischenzeit hat sich der Marktwert des Konzertmitschnitts schätzungsweise verdoppelt. Denn wäre die Aufnahme bereits Ende der neunziger Jahre veröffentlicht worden, wäre sie als reiner...
Seit 2002 hat auch das Münchner Label Arts Music seine Archiv-Reihe, in der unveröffentlichte Schätze aus Rundfunkarchiven und zu Unrecht Vergessenes aus den Katalogen verschollener Firmen im Mid-Price-Segment zugänglich gemacht werden. Verwendet werden grundsätzlich nur Originalbänder. Nach 24Bit-Digitalisierung ergeben sie ein erstaunlich klares, transparentes...
