Konturenarm
Der Blick fällt in eine weite Halle, deren Tiefe sich ins Endlose zu erstrecken scheint. Feldbetten, eine Waschgelegenheit, Tische, Bänke und vor allem: zahllose gleichförmige Lampen, deren geometrisch ausgerichtete Reihen die großen Raumdimensionen noch unterstreichen. Allein diese Verhältnisse deuten schon auf die Monotonie des Alltags. Pierre Strosser verzichtet darauf, diesen Einheitsraum umzuordnen.
Es ist gerade die Perspektivlosigkeit, das ständige Einerlei der Umgebung, in der sich die Gefangenen meist langsam und ziellos bewegen, die Szene und Personenführung zum Ausdruck bringen will. In Janáˇceks dramatischem Konzept spielt das Nebeneinander von Masse und Individuum, von Choreinwürfen und großen Soli eine zentrale Rolle. Bloß das individuelle Schicksal, die Geschichte des Einzelnen relativiert die Masse. Jeder Täter lebt eben mit seinem eigenen Verhängnis, jede Tat, die mit Lagerhaft bestraft wurde, hatte ihre Hintergründe, ihr soziales Umfeld. Aber gerade hier scheitert Strossers Umsetzung, weil er die Fokussierung auf diese individuellen Geschichten, die die eigentliche Substanz des Werkes bilden, vernachlässigt. Die großen Lebensbeichten Skuratovs und ˇSiˇskovs ...
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Hier geht wirklich alles drunter und drüber. Menschen werden zu Puppen, Ausstellungsstücke zu Menschen, die Welt steht Kopf. Alles ein Traum. Soll so sein? Nicht E. T. A. Hoffmann ziert das Programm dieses Abends, sondern das Tandem Strauss-Hofmannsthal. Der Strauss-Zyklus des Essener Aalto-Theaters ist nun beim «Rosenkavalier» angekommen, und der überreicht seine...
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Das Orchester als Dialogpartner. Es wird zum wahrhaft verschmitzten Diskutanten. Schüttet Spott und Ironie über den Saiten aus, Schalk stiebt aus Flöten und Blech. Verdis «Falstaff» kann für ein Orchester im besten Fall zur schmucken Visitenkarte geraten, aber auch, im schlimmsten Fall, zum kollektiven Offenbarungseid. Das London Symphony Orchestra hat sich im...
