Der Augen trüb leuchtendes Paar
Nun hat die Deutsche Oper am Rhein ihren «Ring» auch auf CD vollendet. Die überregional vielbeachtete, 2017 in Düsseldorf begonnene Inszenierung Dietrich Hilsdorfs kam unter Leitung von GMD Axel Kober in Düsseldorf mit den dortigen Symphonikern, in Duisburg mit den ortsansässigen Philharmonikern sowie in teilweise unterschiedlichen Besetzungen heraus. Dort sollte sie vor zwei Jahren auch als Audioversion aufgezeichnet werden.
Doch eine defekte Sprinkleranlage, die das Duisburger Theater unter Wasser setzte, zwang zur Notlösung einer konzertanten Wiedergabe in der benachbarten Mercatorhalle, was sich später in akustischer Hinsicht sogar als Vorteil erwies.
Schon beim «Rheingold» war die glückliche Balance von Orchester und Stimmen zu konstatieren (OW 11/20). Die Eindrücke vom Vorabend wurden in der Folge grosso modo bestätigt. Kober bemüht sich durchgehend um einen transparenten, gut gestaffelten Orchesterklang und lässt dabei, wo immer es geht, den Sängern, damit dem Drama den Vortritt. Das Ergebnis ist ein musikalisches Hörspiel, wie gemacht für den Konsum am heimischen Lautsprecher. Die orchestralen Höhepunkte kommen dabei nicht zu kurz: in der «Walküre» etwa Walkürenritt und ...
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Opernwelt Januar 2022
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 33
von Ekkehard Pluta
Seit dem Amtsantritt von Yannick Nézet-Séguin als Musikdirektor der Metropolitan Opera in der Saison 2018/19 legt das Haus – in diesen Dingen seit Mitte der 1930er-Jahre unbeständig und erst seit einigen Jahren langsam wieder im Aufwind – erkennbar größeren Wert auf die zeitgenössische Musik. Nach der Saisoneröffnung mit «Fire Shut Up in My Bones» von Terence...
Der Satz ist, wiewohl etwas altfränkisch in seiner Semantik, Legende und als «kategorischer Imperativ» in die Philosophie- und Kulturgeschichte eingegangen als ein zeitlos gültiges Postulat, das gewiss auch die Zustimmung des Ethik-Experten Freiherr von Knigge gefunden hat: «Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein...
Bei seiner Premiere am 8. Dezember 1718 an der Pariser Académie royale de musique fiel das Werk durch. André Cardinal Destouches’ «Sémiramis» wurde nach nur einem Monat abgesetzt – und erst dreihundert Jahre später beim Festival d’Ambronay erneut aufgeführt. Die Oper über die sagenhafte babylonische Königin scheint das Pariser Publikum, dessen Geschmack damals mehr...
