Den Menschen etwas geben durch die Kunst

Zum Tod von Christel Goltz

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Bis ins hohe Alter hinein ging etwas Königlich-Heroinenhaftes von ihr aus, und doch war Christel Goltz die liebenswerteste und gastfreundlichste Gesprächspartnerin, die man sich denken kann. Immer bereit, aus ihrem künstlerischen wie menschlichen Erfahrungsschatz zu schöpfen, das Resümee einer wunderbaren Karriere weiterzugeben an eine nachfolgende Generation.

Ob sie uns in ihrem urgemütlichen, puppenstubenhaft eingerichteten Heim in Baden bei Wien empfing (nie ohne eine Flasche Sekt und die aus Wien bestellten köstlichen Schnittchen von Trzesniewski), oder ob sie mal kurz nach Dresden flog, um den in ihrem Namen gestifteten Christel-Goltz-Preis für Gesang an einen hoffnungsvollen jungen Kollegen zu überreichen – immer wieder überwältigte sie durch ihre offenbar von keinerlei Altersbeschwerden getrübte ausstrahlende Vitalität, ihre liebevoll-weitherzige Emotionalität, ihren ins Zentrum treffenden, aber nie verletzenden Witz. Jetzt ist sie, obwohl sie immer 100 werden wollte, schon mit 96 Jahren von uns gegangen und wird uns in Erinnerung bleiben als eine der großen Menschendarstellerinnen des vorigen Jahrhunderts.
Ihre Salome, ihre Elektra, ihre Färberin – alle zumindest auf ...

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Opernwelt Januar 2009
Rubrik: Magazin, Seite 66
von Gerhart Asche

Vergriffen
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