Auf dem Marktplatz
Eigentlich ist der Jazz sein Metier. Eigentlich. Denn auch wenn Gianluigi Trovesis wichtigste Aktionsfelder die Big Band (Italian Instabile Orchestra), das (eigene) Oktett/Nonett oder das Duo mit dem Akkordeonisten Gianni Coscia sind, und auch wenn aus jedem Ton, den der inzwischen 64-Jährige auf Klarinetten und Saxofon hervorbringt, der Schalk eines munter zwischen Bop, Free und Folklore vagabundierenden Improvisationskünstlers spricht – von der Oper ist er nie ganz losgekommen. Das hat, wie er selbst sagt, viel mit der Jugend in einem Alpendorf nahe Bergamo zu tun.
Die Leute versammelten sich dort von Zeit zu Zeit vor dem Radio, um gemeinsam Stücken von Rossini, Verdi oder Puccini zu lauschen. Außerdem war da noch diese Blechkapelle, der Premiato Corpo Musicale. Ein reines Laienensemble. Man übte nach Feierabend, und irgendwann gab es ein Konzert auf der Piazza. Lieder, Tänze, aber eben auch mal die Ouvertüre zu «Nabucco», den Triumphmarsch aus «Aida», manchmal «sang» das Euphonium sogar ein bisschen Donizetti.
Das fröhliche Tuten und Blasen in seiner Heimat hat Gianluigi Trovesi nie vergessen – und nun all den «musikalischen Engeln», die ihn damals faszinierten, ein Denkmal ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Während der ganzen Aufführung steht die Bühne zentimetertief unter Wasser, dem Element von Leben und Tod. Kent Nagano hat seine Frackhose fast bis zum Knie hochgekrempelt, um den Applaus mit den Darstellern entgegenzunehmen. Er scheint sich über den Beifall fürs Regieteam, für die Sänger, allen voran Michael Volle als stimmgewaltiger Wozzeck, zu freuen. Das...
Wenn in «Madama Butterfly» Fetzen der amerikanischen Nationalhymne erklingen, hält das Publikum sie stets für den Herkunftsnachweis von Pinkerton, der als US-Marineoffizier das Herz der kleinen Cio-Cio-San bricht. Die Kölner Neuinszenierung von Patrick Kinmonth beweist, dass sie auch für Butterfly eine Sehnsuchtsmelodie sind. Die Oper ist ja eine getarnte Parabel...
Auf dem Weg viele Stufen hinauf zur St. Peter-und-Pauls-Kathedrale, diesem wunderbaren Joint Venture von Romanik, Gotik und Barock, das die Altstadt von Brünn überragt, hören wir aus einem Haus eine keifend scharfe Frauenstimme. Da wir in Sachen Leos Janácek hier sind, wird uns sofort klar, woran sie uns erinnert: an Kostelnicka, die Küsterin aus «Jenufa» – eine...
