Auf dem Marktplatz
Eigentlich ist der Jazz sein Metier. Eigentlich. Denn auch wenn Gianluigi Trovesis wichtigste Aktionsfelder die Big Band (Italian Instabile Orchestra), das (eigene) Oktett/Nonett oder das Duo mit dem Akkordeonisten Gianni Coscia sind, und auch wenn aus jedem Ton, den der inzwischen 64-Jährige auf Klarinetten und Saxofon hervorbringt, der Schalk eines munter zwischen Bop, Free und Folklore vagabundierenden Improvisationskünstlers spricht – von der Oper ist er nie ganz losgekommen. Das hat, wie er selbst sagt, viel mit der Jugend in einem Alpendorf nahe Bergamo zu tun.
Die Leute versammelten sich dort von Zeit zu Zeit vor dem Radio, um gemeinsam Stücken von Rossini, Verdi oder Puccini zu lauschen. Außerdem war da noch diese Blechkapelle, der Premiato Corpo Musicale. Ein reines Laienensemble. Man übte nach Feierabend, und irgendwann gab es ein Konzert auf der Piazza. Lieder, Tänze, aber eben auch mal die Ouvertüre zu «Nabucco», den Triumphmarsch aus «Aida», manchmal «sang» das Euphonium sogar ein bisschen Donizetti.
Das fröhliche Tuten und Blasen in seiner Heimat hat Gianluigi Trovesi nie vergessen – und nun all den «musikalischen Engeln», die ihn damals faszinierten, ein Denkmal ...
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