Das verflixte hohe C
Herr Lyon,was hat Sie dazu gebracht, diese Zusatzqualifikationen zu erwerben?
Singen ist ein so unmittelbarer, intimer Prozess. Was in unserem Leben vorgeht, schlägt auf den Körper, und weil der zugleich das Instrument ist, kann man das gar nicht trennen. Sie haben doch bestimmt auch schon von Gesangslehrern gehört, dass sie sich oft wie Therapeuten vorkommen. Dafür sind sie aber gar nicht ausgebildet. Es gibt da eine gewisse Versorgungslücke.
Während man im Sport längst erkannt hat, dass Athletinnen und Athleten über mentales Training sowohl ihr Wohlbefinden als auch ihre Leistung steigern können, gibt es für Künstlerinnen und Künstler noch wenig umfassende Angebote, dabei könnte diese Zielgruppe davon enorm profitieren. Idealerweise sollten Studierende die nötigen Werkzeuge schon an der Hochschule an die Hand bekommen und sie genauso einüben wie die eigentliche Gesangs- oder Spieltechnik. Zwar bieten einige Unis vereinzelt Workshops zum Thema Auftrittstraining oder Entspannungstechniken an, aber die gehen oft nicht weit genug. Später merken dann viele, dass sie Schwierigkeiten haben, gewisse Aspekte des Berufs zu bewältigen. Aber dann geht es längst um echte Jobs, also die ...
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Opernwelt September/Oktober 2021
Rubrik: Magazin, Seite 98
von Wiebke Roloff Halsey
Wagners «Tristan und Isolde», dieses weltverneinende, erotisch aufgeladene Opus metaphysicum, als Oper für Kinder? Dem jungen Regisseur Dennis Krauß gelingt das bei den Bayreuther Festspielen erstaunlich leicht, indem er das romantische Märchen herauspräpariert, das – von den «Meistersingern» abgesehen – eigentlich in allen Opern Wagners steckt. Weil die Kinder in...
Frau Davidsen, im vergangenen Jahr wurden zum ersten Mal in der Nachkriegszeit die Bayreuther Festspiele abgesagt, Ihr Sieglinden-Debüt verschob sich, die «Tannhäuser»-Reprise ebenfalls. Dieses Jahr sind Sie zurückgekehrt auf den Grünen Hügel, aber es muss eine ganz andere Erfahrung gewesen sein als 2019.
Natürlich, die Hygieneauflagen sind streng. Wir werden...
«Allons gay gayment», «Auf geht's fröhlich», beginnt die Sängerrunde mit einer Chanson von Claude Le Jeune. Und klar: Wir folgen auch diesmal gern, wenn William Christie mit seinen Les Arts Florissants in der nun schon dritten CD die Kunst der Airs de cour erkundet, die als höfische Liedform Frankreich von der zweiten Hälfte des 16. bis zur Mitte des 17....
