«Ich will es gar nicht anders»
Frau Davidsen, im vergangenen Jahr wurden zum ersten Mal in der Nachkriegszeit die Bayreuther Festspiele abgesagt, Ihr Sieglinden-Debüt verschob sich, die «Tannhäuser»-Reprise ebenfalls. Dieses Jahr sind Sie zurückgekehrt auf den Grünen Hügel, aber es muss eine ganz andere Erfahrung gewesen sein als 2019.
Natürlich, die Hygieneauflagen sind streng. Wir werden engmaschig auf Corona getestet.
In die «Ring Lounge» – ach, das klingt so modisch – also in den Aufenthaltsraum konnten wir nur während der im Probenplan festgelegten Pausen, damit wir nicht auf andere Teams treffen. Dinge wie der Austausch mit allen Kollegen beim Essen in der Kantine entfallen natürlich. Aber das ist doch ein kleiner Preis, immerhin können wir überhaupt vor Publikum auf die Bühne! Und nach den Festspielen steht endlich meine zweite Impfung an. Die Pause nach der ersten Dosis war etwas länger als medizinisch nötig, aber der Körper wird ja doch belastet, das wollte ich während der Vorstellungen nicht riskieren.
Wenn man sich anschaut, wo Sie heute stehen, nimmt man an, dass Sie von Kindesbeinen an auf der Bühne gestanden haben müssen. Stattdessen haben Sie in einem kleinen Ort südwestlich von Oslo Fußball und ...
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Opernwelt September/Oktober 2021
Rubrik: Interview, Seite 60
von Wiebke Roloff Halsey
Ein Pochen, kurz, lang, kurz, lang, das sich über mehrere Takte hinzieht. Kein rhythmisches Gerüst ist das, zweite Violinen und Bratschen haben da etwas anderes zu sagen. Bedrohung und Ausweglosigkeit, Trauer und Zögern, ein leeres Um-sich-Kreisen, das Voranschreiten eines Trauermarsches, alles fällt hier zusammen. Vorausgesetzt, man dirigiert diese c-Moll-Stelle...
Sie hat nur einen kurzen Auftritt. Die Jukebox, die Detlef Heusingers «chronologischem Musiktheater» den Namen verleiht: «Jukeboxopera». Sie verschwindet nach der ersten Szene in der Versenkung der Bühne des Theaters Freiburg. Mehr als eine Initialzündung ist sie nicht. Das rund 100-minütige Werk des Komponisten und künstlerischen Leiters des Freiburger...
JUBILARE
Julia Varady erhielt ab dem 14. Lebensjahr Gesangsunterricht am Konservatorium von Bukarest bei Arta Florescu. Ihr Debüt gab sie 1962 an der Ungarischen Staatsoper Cluj, wo sie etwa als Orpheus in Glucks «Orfeo ed Euridice» oder Fiordiligi in Mozarts «Così fan tutte» auf sich aufmerksam machte. Christoph von Dohnányi holte die Sängerin 1970 – sie hatte...
