«Das letzte Wort hat die Musik»
Es ist eine der ältesten Opernfragen: «prima la parole?» Oder doch «prima la musica?» Die musikhistorische Wertung scheint da eine einfache Antwort zu kennen: Der Text einer Oper ist immer getreuer Diener von Frau Musica. Doch schon die inhaltlichen Handlungsvorgaben eines Musiktheaters rühren eben nicht so einfach aus dem Klingenden selbst, es bedarf hier schon kluger Textdisposition, die Musik zum Handlungsträger werden lässt. Eine Portion Bescheidenheit muss ein Librettist aber mit sich bringen, denn er wird in der Regel immer erst an zweiter Stelle genannt.
Eine solche Tugend hat der Autor und Filmemacher Händl Klaus ohne Zweifel. Das Verfassen von Libretti ist bei ihm keine Nebensache. Denn das ursprüngliche Schreiben fürs Sprechtheater hat er nahezu aufgegeben und mittlerweile zwölf Texte für unterschiedliche Komponisten verfasst. Und dies mit der größtmöglichen Leidenschaft
Lieber Händl Klaus, beinahe jedem Anfang wohnt bekanntermaßen ein Zauber inne. Wie war es bei Ihnen?
Am Anfang stand das Spielen, Spielenwollen. Ich sah als Kind von zehn Jahren eine Vorstellung des «Liliom» am Tiroler Landestheater und war von diesem Mensch-Sein auf offener Bühne überwältigt. Damals ...
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Opernwelt Jahrbuch 2021
Rubrik: Händl Klaus, Seite 54
von Bernd Künzig
Frühling 2019: Die nächste Spielzeit der Pariser Oper wird bekanntgegeben. Auf dem Programm steht ein neuer, von Calixto Bieito inszenierter «Ring», als Abschiedsgeschenk für Musikdirektor Philippe Jordan, der genauso wie Intendant Stéphane Lissner 2021 aus dem Amt scheidet. «Rheingold» und «Walküre» sollen im Frühling 2020 erklingen, «Siegfried» und...
Die Bühne war ihm schon als Kind Sehnsuchtsort. Dort wollte er hin und den lieben langen Tag im Grunde nur eines tun: spielen, spielen, spielen. So war es fast zwangsläufig, dass Jürgen Flimm, geboren in Gießen, aufgewachsen in Köln, früh begabt auch als Autor, zum Theater kam, wo er sich als Regisseur, zunächst im Schauspiel, einen großen Namen machte, vor allem...
Sein Ruhm wird nur durch ein Stück begründet: «Samson et Dalila». Doch das 100. Todesjahr von Camille Saint-Saëns, der als Sechsundachtzigjähriger am 16. Dezember 1921 in Algier starb, hätte auch in deutschen Landen ein Jahr der musikalischen und szenischen Neuerprobung einiger seiner anderen, fast vergessenen Opern werden sollen und können: «Déjanire» (konzertant)...
