«Ich musste wieder bei null anfangen»
Frau Kulman, wir haben uns im vergangenen Sommer große Sorgen um Sie gemacht. Sie hatten während der Proben zu «Tristan und Isolde» in der Bochumer Jahrhunderthalle einen Unfall. Die Stimme war weg – und damit auch Ihr Debüt als Brangäne bei der Ruhrtriennale. Was genau ist damals passiert?
Ich erhielt einen Schlag auf den Kehlkopf. Jemand sollte mich mit einem beherzten Griff beiseiteschieben. Irgendwie stand ich ungünstig, ein Ellbogen knallte mit voller Wucht gegen meinen Hals. Es war ein Missgeschick.
Willy Decker hatte gerade angefangen, mit uns in der Jahrhunderthalle zu arbeiten. Erster Probentag, erste Szene – da war für mich schon alles vorbei. Es dauerte Monate, bis ich mich von diesem Schock erholt hatte. Das Ganze hätte böse enden können.
Was ging Ihnen in den Minuten nach dem Zusammenstoß durch den Kopf?
Ich spürte sofort, dass kein Ton mehr rauskam. Und sofort stellte sich die Frage: War’s das jetzt? Was soll ich machen, wenn die Stimme kaputt ist? Gibt es für mich eine Alternative? Aber mir fiel nichts ein. Jedenfalls nichts, wofür ich so viel Herzblut mitbringen würde wie für das Singen. Dann redete ich mir ein, irgendetwas werde sich schon ergeben: So schnell lässt du ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt September/Oktober 2012
Rubrik: Interview I, Seite 48
von Albrecht Thiemann
In den Medien gelte Kärnten nunmehr als «Land der Gauner und der Narren», klagte dieser Tage ein in die Politik gewechselter Journalist in einer renommierten Wiener Tageszeitung. Er spielte damit nicht nur auf die alljährlich vor allem die Stammtische erheiternde Fernsehübertragung des «Villacher Fasching» an, eine Art alpenländisches «Mainz, wie es singt und...
Über den Inhalt des Buches, das die Dame mit der aufgetürmten Allongeperücke dem nackten jungen Mann zu lesen gibt, darf spekuliert werden. Noch kehrt der Jüngling ihr den Rücken zu, doch lässt das nächste Bild mit dem verrutschten Mieder der Dame allerlei vermuten. Bevor nun die Fantasie mit uns durchgeht, sei vermerkt, dass es sich um im Stile des barocken...
Fast könnte man sagen, es ist ein Abend der Duette. Ausgerechnet dort, wo die Musik des «Fliegenden Holländer» beiläufig wirkt, weil sie mit der Tradition hantiert, sorgt Christian Thielemann für neue Hörperspektiven – in genauer Absprache mit seinen Solisten und einem bestens aufgelegten Festspielorchester. Nicht die von Wagner provokativ und nassforsch...
